Chronik

Die wahren Helden der Salzburger Obuskrise

Der Verein Pro Obus hält vier historische Obusse in Schuss. Drei davon dienen als "eiserne Reserve". Kürzlich bedankte sich der Bürgermeister.

René Jolitz, Obmann Thomas Feichtinger, Stefan Gstaltmaier, Armin Fischer und Mattis Schindler (sitzend) stecken viel Herzblut in ihren Fuhrpark.  SN/chris hofer
René Jolitz, Obmann Thomas Feichtinger, Stefan Gstaltmaier, Armin Fischer und Mattis Schindler (sitzend) stecken viel Herzblut in ihren Fuhrpark.

"Nicht zuletzt dank der Bereitstellung Ihrer vier betriebsfähigen, historischen Obusse für den Regelbetrieb ist es gelungen Angebotskürzungen für die Bewohner der Stadt und deren Besucher weitgehend zu vermeiden."

Mit diesen Worten dankte Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner kürzlich in einem Schreiben dem Verein Pro Obus. Wie berichtet, standen die historischen Obusse des Vereins aufgrund eines Reparaturrückstaus der teils rostigen Flotte der Salzburg AG im Dauereinsatz - und damit im Fokus der Berichterstattung. Die SN statteten den eifrigen Mitgliedern, die die Oldtimer in Schuss halten, bei einem Arbeitseinsatz in der Obusremise in der Alpenstraße einen Besuch ab.

An diesem Samstagvormittag stehen die vier Fahrzeuge fürs Foto ordentlich aufgereiht und herausgeputzt vor der Garage: Die Obusse aus den Baujahren 1957, 1985 sowie zwei aus 1989. "Wir sind lauter Spinner, die sich in der Freizeit mit dem Obus beschäftigen", scherzt Vereinsobmann Thomas Feichtinger. An Leidenschaft für das Nahverkehrsmittel fehlt es ihm und seinen Mitstreitern nicht. Im Aufenthalts- und Lagerraum dienen alte Stühle aus ausrangierten Bussen als Sitzgelegenheiten. "Wer Autobus, Ding oder sonst was sagt, muss in die Kaffeekasse zahlen - denn das sind Obusse", verrät Mattis Schindler. So weit geht die Liebe zu den Gefährten.

Der Verein wurde 2002 gegründet. "Das war damals eine Initiative vom Herrn Direktor Mackinger, der sich immer sehr für historische Sachen interessiert hat", erinnert sich Obmann Feichtinger. "Wir wollen die Nahverkehrsgeschichte Salzburgs erhalten." Das Verhältnis zur Salzburg AG, auf deren Gelände der Verein untergebracht ist, sei ein Geben und Nehmen. Das Unternehmen stellt den Platz zur Verfügung. Dafür sind die Oldtimer von Pro Obus bei Bedarf für den Linienbetrieb zugänglich: "Es gibt eine Vereinbarung mit der Salzburg AG, dass drei Obusse als Betriebsreserve erhalten werden", sagt Feichtinger, "so, dass sie wirklich im absoluten Notfall zum Einsatz kommen."

Die alten Obusse sind nicht nur im Krisenmodus unterwegs. Die Oldtimer können für private Ausfahrten zu Geburtstagen oder Hochzeiten gemietet werden. Bürgermeister Preuner schrieb dem Verein zwar, er freue sich über den Anblick im Straßenbild der Stadt. Aber er "hoffe, dass dies künftig überwiegend nur bei den allseits beliebten Sonderfahrten der Fall sein wird!"

Quelle: SN

Aufgerufen am 18.12.2018 um 03:36 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-wahren-helden-der-salzburger-obuskrise-61199056

Zweifingerfaultier übersiedelte in Salzburger Zoo

Zweifingerfaultier übersiedelte in Salzburger Zoo

Das Tier kommt aus dem Duisburger Zoo. Das dreijährige Männchen "Flash" lebt mit dem Weibchen "Poquita" im Gibbonhaus. "Faultiere strahlen eine unheimliche Gemütlichkeit aus, die faszinierend ist. Es hat den …

Kommentare

Schlagzeilen