Chronik

Die Zukunft soll "nordisch" sein

Die Schanzen haben eine gute Bestandschance. Aber noch fehlen Verträge mit Bund und Land.

Schanzenanlage Uttenhofen: Ohne Investition schaut’s für den Skisprung-Nachwuchs düster aus.Bild:  SN/sw/andreas rachersberger
Schanzenanlage Uttenhofen: Ohne Investition schaut’s für den Skisprung-Nachwuchs düster aus.Bild:

Bis auf den letzten Platz war der Saal im Nexus gefüllt. Rund 250 Personen kamen zur Podiumsdiskussion mit den Spitzenkandidaten für die Gemeindewahl am 10. März. Über Themen wie den Verkehr im Zentrum und das fehlende Leben in der Innenstadt berichteten die SN ausführlich. Einem dritten Diskussionspunkt, dem Projekt "Nordisches Zentrum", widmen sich die PN.

Keine Chance ohne die "Drittellösung"

Rund vier Mio. Euro sollen je zur Hälfte in den Ausbau der Langlaufanlage Ritzensee und den Umbau der Schanzen in Uttenhofen fließen. Bereits im Mai 2018 hat die Gemeindevertretung mehrheitlich die weitere Verfolgung der nordischen Pläne beschlossen. Bürgermeister Erich Rohrmoser: "Wir schießen mindestens 130.000 Euro jährlich der Schanzenanlage zu. Ein klarer Schnitt wurde nötig: Wollen wir die Schanzen haben oder brauchen wir sie nicht mehr?"

Im November hätten Philipp Trattner (FPÖ; Bundessportministerium) und Landesrat Stefan Schnöll (ÖVP) bei einem Lokalaugenschein in Saalfelden "starke Absichtserklärungen" für eine Drittellösung (Bund, Land, Gemeinde) bekundet, schriftliche Unterlagen seien aber noch ausständig. Rohrmoser hofft, dass bald endgültig alles fix ist -"damit es vielleicht noch heuer mit ersten Umbauten losgeht".

Der Tourismusverband will 500.000 Euro des Gemeindeanteils beisteuern. Rohrmoser: "Für uns bleiben rund 800.000 Euro. Wie stellen wir uns das vor? Bund und Land investieren in die Rekultivierung der Schanzen, sonst funktioniert es nicht. Dann bleibt noch Geld übrig, die Gemeinde und der TVB investieren in den Langlauf. Es gibt einen Finanzierungsplan, der eine reelle Chance bietet, neben anderen Projekten das nordische Thema für die Zukunft zu manifestieren."

Drei Mal Ja und ein klares Nein der Spitzenkandidaten

Thomas Haslinger (ÖVP) will Klarheit: "Saalfelden ist der einzige Ort in Österreich mit zwei solcher Sportschulen (Skigymnasium und nordische Skimittelschule; Anm.). Wenn wir die Schanzen nicht herrichten, haben die Trainer und Lehrer, die den Sprunglauf betreuen, keine Jobs mehr." Und natürlich bliebe der Nachwuchs komplett auf der Strecke. "Wir brauchen ja nichts neu erfinden, müssen es nur auf gesunde Füße stellen. So, dass es zumindest kostendeckend läuft. Der Umbau würde 40 Prozent der laufenden Betriebskosten einsparen." Außerdem, so Haslinger: "Was bei den ganzen Diskussionen oft außer Acht gelassen wird, ist der touristische Nutzen daraus." Selbst die Rollerstrecke am Ritzensee sei ja nicht nur für Spitzensportler gedacht - "sie kann von jedermann genutzt werden".

Markus Hammerschmied (FPÖ) spricht beim nordischen Zentrum von einem für ihn "ganz wichtigen Thema", er sei von Anfang an dafür gewesen. "Saalfelden ist eine Schulstadt, Jugendliche müssen viele Möglichkeiten haben, Sport auszuüben. Wenn wir das Geld von Bund und Land bekommen, kann ich mir gut vorstellen, dass wir das umsetzen. Ich freue mich, wenn Saalfelden wieder ein Mekka in Österreich wird, wo Besonderes stattfindet."

Gegenwind kommt nur von Ferdinand Salzmann (Grüne). Er sieht ein finanzielles "Fass ohne Boden" - es stünden viele andere wichtige Dinge an: "Seniorenheim, Vereinshaus, Masterplan, Gestaltungen. Wir haben nicht so viel Geld, müssen den Mut haben als Gemeindepolitiker, irgendwo auch einmal Nein zu sagen." Die Grünen bekennen sich zu einem "Langlaufzentrum inklusive Unterführung unter der Kollingwaldstraße und der künstlichen Beschneiung einer kürzeren Loipe im Bereich Ritzen". Also: "Ja zum Langlauf, keine Loipengebühren, Nein zur Schanze."

Veranstaltet wurde die Diskussion von den Salzburger Nachrichten und dem Salzburger Verlagshaus in Zusammenarbeit mit Stadtgemeinde und Nexus.

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