Chronik

Dienten hält die Nahversorgung am Leben

Der kleine Ort kämpfte um seinen Lebensmittelhändler. Jetzt öffnete der neue Adeg Oberlechner.

Bieten frische Waren für Dienten: Betreiberin Heike Oberlechner (l.) mit der langjährigen Mitarbeiterin Barbara Klausner, ihrem Sohn Elias und ihrem Lebensgefährten Fritz Mair.   Rachersberger
Bieten frische Waren für Dienten: Betreiberin Heike Oberlechner (l.) mit der langjährigen Mitarbeiterin Barbara Klausner, ihrem Sohn Elias und ihrem Lebensgefährten Fritz Mair.  

"Ich bin so froh, dass ihr aufg'sperrt habt's. Das ist ja alles andere als selbstverständlich." Bürgermeister Klaus Portenkirchner gratulierte Heike Oberlechner Dienstagfrüh kurz nach acht Uhr. Die ersten Kunden hatten den neuen, knapp 200 m22 großen Adeg-Markt neben dem Gemeindeamt bereits betreten.

Sie lebt für den Lebensmittelhandel. Hofft, "dass das auch die Einheimischen zu schätzen wissen. Wenn jeder nur einen Liter Milch hier in Dienten kauft, wird es schwierig", sagt Oberlechner, deren Familie bereits seit den 60er-Jahren ein Geschäft in Dienten betreibt. Früher als Adeg, zuletzt als Spar, jetzt ging's wieder zurück zu den Wurzeln. In der Hauptsaison, sagt die Betreiberin, habe sie keine Sorgen, ab April werde es wohl wieder schwer, die Kosten zu decken. Das wird vorerst ausgeblendet. "Ich packe mit sechs Händen an."

Vor eineinhalb Jahren musste der Nahversorger wegen Baufälligkeit den Betrieb schließen. Nun ist er im Erdgeschoß des Neubaus angesiedelt, der auch eine Wohnung und 13 Ferienwohnungen beinhaltet. All das in der Roten Zone. Die Gemeinde habe großartige Unterstützung geleistet, was sämtliche Vorschriften anbelangte, jetzt sei das Gebäude in Sachen Hochwasser sehr gut abgesichert.

"Auch für die Zeit der Bauarbeiten wollten wir eine Lösung", sagt Portenkirchner. So steuerte die Gemeinde rund 40.000 Euro bei, um in der Garage des Liftgebäudes "Gabühel" eine Notversorgung einzurichten. Alle Bemühungen hätten sich gelohnt - "weil damit wieder ein Mosaikstein für die Erhaltung der Lebensqualität in unserer Ortschaft erhalten bleibt. Die Ausdünnung des ländlichen Raums sehe ich als sehr gefährlich." Gerade in einem geografisch abgelegenen Ort wie Dienten sei die Erhaltung einer entsprechenden Infrastruktur lebensnotwendig und auch den Touristen müsse man eine Nahversorgung bieten können.

Portenkirchner weiter: "Es gibt in Dienten einen Arzt mit einer Hausapotheke, eine Bäckerei, eine Bankfiliale, eine Trafik, eine Schneiderei, viele Fremdenverkehrsbetriebe; und traditionelle Unternehmen halten ihren Standort aufrecht. Damit konnte der Abwanderung Einhalt geboten werden. Die Ortschaft mit 768 Einwohnern wächst wieder."

Eine Baustelle gebe es im neuen Adeg noch, sagt Oberlechner: "Wir haben mehrere Stellen ausgeschrieben, niemand hat sich gemeldet."

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