Chronik

Dienten: Kein Platz für Einheimische

Kein Bauplatz, kaum leistbare Wohnungen. Dienten droht Abwanderung junger Menschen.

Diese Idylle leisten sich vermehrt vermögende Ausländer. Der Platz für Einheimische ist rar und zumeist zu teuer.  SN/sw/hochkönig.at
Diese Idylle leisten sich vermehrt vermögende Ausländer. Der Platz für Einheimische ist rar und zumeist zu teuer.

Rund 750 Einwohner zählt die Gemeinde aktuell - es könnten weniger werden. "Junge Einheimische, die Wohnungseigentum schaffen wollen, gehen in andere Gemeinden. Bei uns ist es zu teuer geworden", sagt Bürgermeister Klaus Portenkirchner (SPÖ). Der Quadratmeterpreis liege bei 5000 Euro. "Eine kleine 50-Quadratmeter-Wohnung kostet schon 250.000 Euro."

Grund für die Preisexplosion sei der Andrang von Investoren, sagt der Ortschef. "Vor allem Holländer und Deutsche kaufen bei uns Immobilien. Und das auch wegen der Geldanlage. Sie müssen nicht einmal vermieten, denn der Wert der Immobilie steigt jährlich enorm." Auch für ältere Häuser würden Summen geboten, die für Einheimische kaum leistbar seien. "Verkauft wird an den, der mehr bietet."

Die Gemeinde möchte den Bürgern günstiges Bauland anbieten, aber es gebe kein Grundstück, sagt Portenkirchner. "Es will auch niemand Grünland umwidmen, sonst könnte sich die Gemeinde etwas sichern." Es sei eine schwierige Situation, der Raum für Wohnungen werde zudem durch die geographische Lage enorm beschränkt. "Aber noch schlimmer ist, dass der Ort dadurch an Identität verliert."

Ein Blick auf den Bezirk Zell am See: Hier bezahlten die Einfamilienhaus-Käufer im ersten Halbjahr 2019 im Durchschnitt 495.633 Euro oder +26,6 Prozent mehr als zuletzt, geben die Experten des Immobilienmaklers RE/MAX bekannt. Damit gehört der Pinzgau zu den drei teuersten Landbezirken Österreichs (hinter Kitzbühel und Kufstein). Der Flachgau erreicht mit einem neuen lokalen Rekordpreis den fünften Rang mit 472.807 Euro (+18,2 Prozent). Hallein kommt auf 421.770 Euro (-7,0 %), der Pongau auf 355.805 Euro (8,2 %). Tamsweg findet sich mit 171.514 Euro beinahe ein Drittel unter dem Vorjahreswert (-30,8 %).

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