Chronik

Diese Jagd bleibt ihm ewig in Erinnerung

Seit 1978 ist Franz Macheiner Jäger. Was er am 29. Dezember des Vorjahres erlebt hatte, wird er so schnell nicht vergessen. Die Details des Jagdvorganges schilderte er jetzt den LN.

700 Hektar groß ist das Gemeinde-Jagdgebiet Haiden-Mitte. Vorwiegend ein Latschengebiet. Es war am 29. Dezember um 10.30 Uhr. Eigentlich ein untypischer Zeitpunkt für die Jagd: "Es war ein schöner Tag und ich bin auf dem Hochstand gesessen. Eigentlich hätte ich auf eine Rehgeiß angesessen", erinnert sich der 59-jährige.

Franz Macheiner - Obmann der Wildregion Lungau-Ost 8.6 - war auf einen Abschuss eingestellt und traute wenig später seinen Augen nicht: "Auf sich aufmerksam gemacht hat der Keiler mit seinem Wurf (Maul), mit dem er in den Latschen gegraben hat. Dadurch habe ich ihn gesichtet. Vom Sehen bis zum Schuss vergingen vielleicht drei bis vier Sekunden", sagt Macheiner.

Danach wartete Franz Macheiner rund 15 Minuten und blieb sitzen. "Mit meinem Feldstecher habe ich den Keiler schließlich unter einer Fichte entdeckt. Ich war perplex. Es ging alles so schnell. Dass man so etwas zu Gesicht bekommt, ist äußerst selten. Es war ein purer Zufall", freut sich der Waidmann. Beim Keiler angekommen, sah er erst die Dimensionen. "Es war ein kapitaler Keiler. Rund fünf bis sechs Jahre alt mit rund 140 Kilogramm Gewicht. Seine Hauer (Unterzähne) hatten eine Länge von 22 Zentimetern."

Nachdem er das Wildschein im tiefen Schnee geborgen hatte, stellte er ein Bild in die Whats-App-Gruppe seiner Jagdkollegen: "Alle haben es für unmöglich gehalten. Besonders bei so starkem Schneefall wie heuer konnte auch ich mir nicht vorstellen, dass sich die Wildschweine noch im Almgebiet auf 1700 Meter Seehöhe aufhalten."

Ersichtliche Schäden der Wildschweine werden seit rund zehn Jahren im Lungau - vor allem im Prebergebiet - beobachtet. "Wildschweine sind bei uns nicht heimisch und eigentlich auch nicht erwünscht. Unser Jagdgebiet am Preber ist ein Latschengebiet. Es ist ein Rückzugsort, wo sie nicht gestört werden. Am meisten spürt man die Wildschweine im Frühjahr, wenn sie nach Wurzeln graben. Schwarzwild ist vorwiegend nachtaktiv. Junges Schwarzwild wird gelegentlich gesehen. Kaum ein Jäger bekommt jedoch einen Keiler zu Gesicht." Mit rund 20 bis 30 Wildschweinen rechnet der Jagdleiter und Jagdpächter des Gemeinde-Jagdgebietes Haiden-Mitte.

Das Haupt seines erlegten Wildschweines lässt er jetzt bei Tierpräparator Rupert Pfeifenberger in Muhr präparieren. Bei der Trophäenschau Mitte Februar in St. Michael kann man das Prachtexemplar bewundern.

Aufgerufen am 30.10.2020 um 05:49 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/diese-jagd-bleibt-ihm-ewig-in-erinnerung-65179114

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