Chronik

Diese Pongauer Familie setzt neue Standards

42 Millionen Euro. Mit dieser enormen Investition in sein Hotel schafft Peter Hettegger den Sprung in eine Liga der Beherbergung, die es im Pongau bisher nicht gab.

Von 1971 bis 1975 lernte er bei Elektro Schartner den Beruf des Elektrikers. Danach war Peter Hettegger (Jahrgang 1956) acht Jahre als Forstarbeiter unterwegs. Sein Vater wollte, dass jeder der fünf Söhne einen ordentlichen Handwerksberuf lernt. Wenn der am 20. September (mittlerweile knapp 90-jährig) im Edelweiß bei der Feier "40 Jahre von der kleinen Pension bis zum Salzburger Mountain-Ressort" sitzt, wird er stolz sein und staunen, welchen Weg sein Ältester genommen hat.

Die Familie ist eines der Erfolgsgeheimnisse der Hetteggers. Der Hotelier und Investor: "Als mein Vater damals beim ersten Ausbau nicht mitmachen wollte, habe ich das Ruder übernommen. Heute beschäftigen wir mehr als 280 Mitarbeiter und sind mit unseren Hotel- und Gastronomiebetrieben in Großarl und Berchtesgaden extrem erfolgreich. Ich hatte in den 40 Jahren oft das richtige Gespür für Investitionen. Meine Visionen sind zu 100 Prozent aufgegangen. Wir hatten nie Probleme mit Banken und waren nie in der Situation, dass es zum Rudern wird."

Eigentlich wäre der Hotelausbau in Großarl schon früher über die Bühne gegangen. Als Hettegger erstmals 2005 in Berchtesgaden war, verspürte er die Vision eines modernen Hotels und gastronomischer Betriebe. Fünf Jahre später eröffnete er seinen 35-Millionen-Euro teuren Betrieb: 300 Vollauslastungstage bestätigen Hetteggers Weg.

In Großarl flossen 42 Millionen Euro in das neue Edelweiß. Aus Platzgründen musste der Berg hinter dem ehemaligen Hotel ein Stück weit weichen. Allein die Hotelhalle weist 1400 Quadratmeter auf. Die Top-Suite ist schon sehr gut gebucht. Ihre Eckdaten: Über 120 Quadratmeter Wohn-, das gleiche an Terrassenfläche und eigener Pool. Kostenpunkt: deutlich über 1000 Euro pro Tag. Genereller Trend im Edelweiß: Die geräumigsten Zimmer sind als erste "weg".

Hettegger: "Mit dem Ausbau erreichen wir einen weiteren Gästekreis. Ohne großes Zutun wird unser Publikum immer internationaler. Die neue Küche, der Wellnessbereich, der Wasserrutschenpark und vieles mehr spielen alle Stückerln. Das Herzstück sind aber unsere zufriedenen und fachkundigen Mitarbeiter: Wir haben eine riesige soziale Verantwortung für bis zu 300 Mitarbeiter und ihre Familien. Meiner Familie soll es gut gehen und allen meinen Mitarbeitern ebenso. Sie sollen gerne hier arbeiten."

Peter Hettegger war von 1994 bis 1999 Bürgermeister. Verschiedene Faktoren trugen in der Zeit dazu bei, dass die Bevölkerung im Tal zusammengeschweißt wurde. Hettegger: "Wir haben die Raumordnung überarbeitet und an den kleinen Häuslbauer ebenso gedacht wie an unsere wirtschaftliche Entwicklung."

Auf die Geheimnisse des Tourismus in Großarl und die Herausforderungen angesprochen, meint der ehemalige Bergbahnen-Vorstand: "Wir haben seit 25 Jahren einen engagierten und erfolgreichen Tourismuschef - aber keinen Spinner. Ohne Tourismus veröden die Täler. Wir setzen mit Biomasse und dergleichen auf Nachhaltigkeit. Man muss bei allen touristischen Plänen die gesamte Bevölkerung einer Region mitnehmen. Deshalb gehören bei unseren Strategiesitzungen viele Berufsgruppen dazu. Unser Tal würde in der Angebotspalette noch eine große Jugendherberge brauchen. "

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Schöne Heimat

Großglockner

Von Thomas Wirnsperger
15. September 2019
Blick vom Heukareck zum Großglockner

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