Chronik

Dirndlflugtag: Der kurze Flug im langen Dirndl

Im Anifer Waldbad machten sich beim Dirndlflugtag wieder viele Teilnehmer freiwillig nass - und viele fragten sich: Warum tun die das?

Es ist ein schöner Sonntag im Anifer Waldbad. So wie immer, wenn es heiß ist. Die Holzpritschen am Ufer sind gut belegt. Normalerweise wandern hier die Blicke wie bei einem Tennismatch hin und her. Nachgeblickt wird immer jenen, die ansprechend ausschauen. Ansonsten schweigt man hier meistens.

Das ist heute anders. Heute starren alle in dieselbe Richtung und es ist ziemlich laut. Und das ausgerechnet deshalb, weil hier jede Menge Menschen stehen, die Dirndlkleider tragen. Marketingtechnisch betrachtet kann man dieses Ereignis gar nicht hoch genug bewerten. Da sitzen tatsächlich Hunderte Menschen in knapper bis verschwindender Bademode - und starren wie hypnotisiert Menschen in Tracht an. Das ist mit dem Briefträger vergleichbar, der einen Hund beißt. Und dieser Coup gelingt dem Trachtenprofi Gerhard Gössl schon seit Jahren.

Gössl erzählt, dass ihm die Idee zu diesem Event vor Jahren quasi fast zugeflogen sei. Und zwar in Form einer älteren Dame, die einfach so in ihrem Trachtenkleid in einen See sprang. Menschen tun eben oft seltsame Dinge, wenn es heiß ist. Und auch am Sonntag war es wieder sehr heiß. Was auch einen Anblick erklärte, der zunächst Furcht einjagte: Schon von Weitem waren bei der Ankleidestelle stämmige Frauen zu sehen. Ihr Haupthaar war schütter, dafür wucherte es an untypischen Stellen. Bald stellte sich heraus, dass es sich um Männer handelte, die im Dirndl sprangen.

Ähnlichen Anblicken ist wohl das Sprichwort "Das macht keinen schlanken Fuß" geschuldet. Keine Frage: Die Emanzipation schreitet tapfer voran. Der badende Mann von heute trägt Dirndl. Die badende Frau Burkini. Als regionale Bademode könnte man diese Schwimmtracht als Salz-Burkini verkaufen.

Dieses Jahr gibt es schon 25 Dirndlflugtage in Österreich, Deutschland und Südtirol. Der Markt wächst also. Im Waldbad wäre es übrigens gar nicht so abwegig, die ganze Saison bekleidet baden zu gehen. Bei 18,5 Grad Wassertemperatur fällt es vielen Besuchern schon schwer, nur ihre Zehen ins Wasser zu halten.

Weshalb die fünfköpfige Jury auch nicht ganz sicher ist, was jetzt eigentlich beurteilt werden soll: Mut? Originalität? Akrobatik? Oder alles zusammen?

In der Jury saß etwa das Model Anna Huber. Auch Patricia Kaiser machte dort eine gute Figur. Die ehemalige Miss Austria und Meisterin im Speerwurf wurde vom Moderator gefragt, ob sie glaubt, dass Männer eigene Bewertungskriterien haben? Frau Kaiser antwortete gewitzt: "Sicher. Je weniger Stoff Frauen tragen, desto mehr Punkte geben die Männer." Da wurde am anderen Ufer von den fast nackten Besuchern mit Abstand am lautesten gelacht. Ebenfalls in der Jury: Annemarie Moser-Pröll, Gastgeber Gerhard Gössl und Franky Schiemer. Auch der Red-Bull-Fußballer bewies Humor: "Ich bewerte nur nach objektiven Kriterien - äh - ich meinte: Ich bewerte rein objektiv." Der Scherz war super. Aber an dieser Stelle war DJ VIP Andi (er nennt sich wirklich so) leider zu laut. Zum Schluss waren aber alle zufrieden.

Und wer weiß: Vielleicht setzt sich der Salz-Burkini heuer im Waldbad ja doch noch durch.

Quelle: SN

Aufgerufen am 24.09.2018 um 10:07 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/dirndlflugtag-der-kurze-flug-im-langen-dirndl-1181410

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