Chronik

Diversion für Primar nach Attacke auf Oberärztin in Salzburg

Ein nunmehr ehemaliger Primar der Landeskliniken soll eine Arztkollegin im Streit an den Schultern gepackt haben. Das Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung durch Misshandlung wurde jetzt unter Setzungeiner Probezeit von einem Jahr vorläufig eingestellt.

Zu dem Vorfall war es in den Salzburger Landeskliniken gekommen.  SN/robert ratzer
Zu dem Vorfall war es in den Salzburger Landeskliniken gekommen.

Im Fall eines ehemaligen Primars der Salzburger Landeskliniken (SALK), der am 13. Februar 2018 eine Oberärztin im Spital attackiert haben soll, ist die Staatsanwaltschaft Salzburg von der Strafverfolgung unter der Bestimmung einer Probezeit von einem Jahr vorläufig zurückgetreten. Es handle sich um eine diversionelle Erledigung, erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Marcus Neher auf APA-Anfrage.

Bei einer Diversion "bedarf es zwar einer Verantwortungsübernahme, nicht aber eines Schuldeingeständnisses", erläuterte Neher am Freitag. "Aufgrund des Rücktritts von der Verfolgung im Rahmen einer Diversion hat für ihn immer noch die Unschuldsvermutung zu gelten." Gegen den Arzt war wegen des Verdachtes der fahrlässigen Körperverletzung durch Misshandlung ermittelt worden.

Die Oberärztin hatte Anzeige gegen den Mann wegen Körperverletzung erstattet. Er soll sie im Streit mehr oder weniger heftig an den Schultern gepackt haben, was eine Prellung zur Folge gehabt habe. Da der Vorfall nicht umgehend gemeldet wurde und auch die medizinische Untersuchung der Ärztin erst acht Tage nach dem Vorfall erfolgte, wurde nach Anhörung beider Beteiligter die Suspendierung des Primars am 21. Februar ausgesprochen. Im März wurde er gekündigt.

Der Primar hat gegen seine Kündigung geklagt. Schließlich hat man sich "einvernehmlich mit einem Vergleich getrennt", wie eine Kliniksprecherin erklärte. Der Arzt soll sich bei der Kollegin entschuldigt haben.

Quelle: APA

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