Chronik

Drei Nichten missbraucht: Haft für Ex-Lehrer

Prozess am Salzburger Landesgericht: 77-Jähriger Tennengauer erhielt für Übergriffe vor fast 30 Jahren 24 Monate teilbedingte Haft, vier Monate davon soll er ins Gefängnis. Nicht rechtskräftig.

Symbolbild.  SN/sn
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"Auch wenn ein reumütiges Geständnis vorliegt und die Übergriffe schon Jahrzehnte zurückliegen: Bei solchen Taten bedarf es eines unbedingt verhängten Haftteils - allein schon aus generalpräventiven Gründen." - So begründete der Vorsitzende des Schöffensenats, Richter Christian Hochhauser, am Mittwoch das Urteil gegen einen inzwischen 77-jährigen, einstigen Lehrer. Der Tennengauer hatte bereits in den späten 80er und frühen 90er Jahren seine drei damals unmündigen Nichten sexuell missbraucht und erhielt nun 24 Monate teilbedingte Haft; vier Monate davon muss er demnach im Gefängnis absitzen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Staatsanwältin Barbara Fischer ist die Strafe zu mild, Verteidiger Franz Essl zu streng - beide meldeten Strafberufung an. Die Opfer waren im Tatzeitraum zwischen acht und 13 Jahre alt. Eines der Opfer erlitt durch die Sexattacken eine posttraumatische Belastungsstörung, die rechtlich als schwere Körperverletzung zu werten ist. An dieser Nichte, damals zehn Jahre alt, hatte der Angeklagte dem Beischlaf gleichzusetzende Handlungen vorgenommen. "Ich weiß, ich habe schwere Verbrechen begangen. Es ist ein Horror - ich kann mir bis heute nicht erklären, warum", sagte der 77-Jährige.

Die drei Missbrauchsopfer wurden im Verfahren gegen ihren Peiniger vom Frauennotruf Salzburg vertreten. Der Angeklagte hatte schon vorab des Prozesses über seinen Verteidiger 10.000 Euro an Schmerzensgeld an Opferanwältin Anna Ponz überwiesen.

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