Chronik

Dreikant: Die "Posterboys" des jungen Handwerks

Mit ausgefallenen Stücken und geschicktem Marketing sind die jungen Gollinger Möbelbauer von Dreikant in Rekordzeit durchgestartet. Ab Montag, 16. Oktober, präsentieren sie sich gemeinsam mit befreundeten Unternehmern in einem Pop-Up-Store im Europark.

Beim Wettbewerb „Salzburger Tisch“ belegte das Dreikant-Team (v. l. Matthias Lienbacher, Stefan Rehrl, Mario Siller) mit diesem Stück den ersten Platz beim Publikum und den zweiten Platz in der Jurywertung. Dreikant/Wortmeyer
Beim Wettbewerb „Salzburger Tisch“ belegte das Dreikant-Team (v. l. Matthias Lienbacher, Stefan Rehrl, Mario Siller) mit diesem Stück den ersten Platz beim Publikum und den zweiten Platz in der Jurywertung.

Im Juli 2016 stellten die "Tennengauer Nachrichten" die drei Dreikant-Burschen erstmals vor. Schon damals fertigten Matthias Lienbacher, Stefan Rehrl und Mario Siller außergewöhnliche Werkstücke, schon damals mit viel Einsatz, aber noch nebenberuflich, in der Werkstatt in Stefans Elternhaus. "Wir haben am Wochenende an den Stücken gearbeitet und unter der Woche, von 18 bis 1, 2 Uhr nachts, und sind halt am nächsten Morgen um 7 wieder in die Arbeit gefahren", sagt Matthias Lienbacher.

Dieses Bild hat sich mittlerweile stark gewandelt: Gearbeitet wird seit einem Jahr in einer eigenen Werkstatt auf dem Leube-Gelände in Golling, und das im Fall von Maschinen- und Metallbaumeister Stefan und Holztechnikum-Absolvent Matthias seit Oktober ausschließlich für Dreikant. Nur Projektleiter und "Zahlendjango" Mario Siller geht weiter hauptberuflich seiner Arbeit in einer Brandschutzfirma nach.

Die Arbeit, ebenso wie das Arbeitspensum, ist gleich geblieben. Sie fertigen ausgefallene Regale, Ständer und Tische für Privatkunden ebenso wie Gastro- und Ladeneinrichtungen in ihrem Industrial-Design-Stil aus markanten Holz- und Stahlelementen. "Freie Tage gibt es nach wie vor eigentlich keine, aber die gemeinsame Arbeit macht uns Spaß, und als Selbstständiger musst du einfach Gas geben, grade am Anfang", sagt Lienbacher.

"Freie Tage gibt es nicht"

Gesteigert hat sich die Zahl der Aufträge - manche größeren Fertigungsaufträge lagern sie bereits an andere Tischler aus, "zum Beispiel, wenn im Ladenbau 15-mal das gleiche Regal gebraucht wird". Vor allem ausgebaut haben sie aber ihr Marketing: Sie vertreiben ihre markanten Dreikant-Baseballkappen, auf ihrer Website gibt es einen Online-Konfigurator als Entscheidungshilfe, ganz konventionell sind sie auf Messen und Veranstaltungen wie dem Kuchler Holzfest vertreten, und in den verschiedensten Medien sind sie die "Posterboys" des jungen dynamischen Salzburger Handwerks - zuletzt sogar österreichweit, als Ö3-Moderator Andi Knoll einen Vormittag lang in ihrer Werkstatt als "Praktikant" mitarbeitete.

Auch ein eigenes Geschäft haben die Drei schon "ausprobiert" - einen Monat lang belebten sie den Kuchler Markt mit einem Pop-Up-Store und zahlreichen Veranstaltungen. "Das hat gut funktioniert, da haben wir aber auch gesehen, ein eigenes Geschäft, das ist derzeit noch zu viel des Guten", sagt Stefan Rehrl.

Die erfolgreiche Grundidee führen sie aber weiter: Ab Montag, 16. Oktober, betreiben sie als "Dreikant & friends" für eine Woche einen rund 200 qm großen Pop-Up-Store im Europark, gemeinsam mit sieben weiteren, ähnlich gestrickten Jungunternehmern, darunter die Ledermanufaktur 2tmann aus Flachau oder Bildhauermeister Martin Roider aus Bad Vigaun. "Dieses Konzept möchten wir in Zukunft auch in anderen Lokalitäten weiterführen."

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