Chronik

Durchwachsener Sommer: Wer profitiert - und wer verliert

Wie beeinflusst das wechselhafte Wetter das Geschäft? Wer sind die Gewinner und Verlierer? Wer ist zufrieden, wer unzufrieden? Wir haben nachgefragt.

Einmal 30 Grad, dann wieder typischer Salzburger Schnürlregen: Für wen ist der heurige Sommer ein Grund zum Jammern?

Der Wirt des Kuglhofs in Salzburg-Maxglan, Peter Preslmayr, zögert keine Sekunde als er auf die erste Frage, ob er zufrieden mit dem heurigen Sommer sei, gleich mit einem Nein antwortet. "Letztes Jahr war sicher ein Jahrhundertsommer" und mit diesem zu vergleichen sei schwer. Der Gastgarten mit den alten Kastanien biete sich gerade für die schönen, lauen Sommerabende an. "Viel zu viel hat es geregnet und wegen der häufigen Gewitter am Abend sind die Gäste oftmals früher nach Hause gegangen." Die Anzahl der Gäste sei spürbar weniger als im Vorjahr. Er schätzt den Umsatzrückgang auf ungefähr 15 Prozent weniger.

Trotzdem versichert uns Preslmayr lächelnd, diese Verluste seien nicht allzu tragisch, in Summe sei er zufrieden. "Der ideale Sommer für den Gastwirt würde auch viele, warme Sonnentage im Mai und Juni sowie September beinhalten, da diese die klassischen Gastgarten-Monate sind." Eines steht jedoch für den Kuglhof-Chef fest: "Mehr Sommer ist immer gut."

Keinen Grund zum Jammern sieht auch Augustinerbräu-Direktor Rainer Herbe. Der Anblick des vollbesetzten Gastgartens an schönen Sommertagen und die Schlangen am Brunnen, um die Krüge auszuwaschen, bestätigen das. Es gäbe zwar mehr Sitzplätze im Garten und eine Abhängigkeit vom Wetter bestehe, aber man sei nicht unzufrieden, sagt Herbe.

Qualität geht vor Wetter

Sehr zufrieden mit dem bisherigen Sommer zeigt sich die Geschäftsführerin des Domquartiers Salzburg, Elisabeth Resmann. Bereits am ersten Wochenende der Ausstellung "Menschenbilder-Götterwelten" Ende Juli waren ihren Angaben nach 2500 Besucher im Haus. Regentage bringen mehr Besucher in Museen - dem stimmt Resmann zu, "wenn die Qualität aber gut ist, kommen die Leute auch bei Schönwetter ins Museum und stehen bei 31 Grad Schlange".

Ein "katastrophaler Sommer"

Der Betriebsleiter des Freibads "Lepi", Thomas Buchner, hingegen, spricht von einem "katastrophalen Sommer". Die Temperaturen seien zwar angenehm, aber das Wetter sei zu unbeständig, "kaum eine Woche ist durchgehend schön". Er erinnert sich an letztes Jahr zurück, als Gäste fast entschuldigend jeden Tag ins Freibad kamen, weil sie vor lauter Hitze nicht wussten, wohin sie sonst gehen sollten.

Was er sich wünschte, wären längere Phasen Schönwetter mit kurzen kühleren Tagen zwischendurch, um die Grünflächen zu pflegen und ungestört Reinigungsarbeiten im Becken machen zu können.

Salzburg als guter Veranstaltungsort

Das Open-Air-Kino"Zur schreienden Nachtigall" beim Künstlerhaus hat bei Schlechtwetter eine Alternative. Zweifellos seien Freiluftveranstaltungen vom Wetter abhängig, sagt Mitorganisatorin Selina Nowak. "Allerdings sind Veranstaltungen im geschlossenen Raum nicht dasselbe. Menschen würden drinnen weniger konsumieren und es gäbe um ein Drittel weniger Plätze."

Wie kommen die Einnahmen rein, wenn der Eintritt gratis ist und der Konsum bei Schlechtwetter eher mäßig? "Unsere Basisfinanzierung sind Förderungen, die von Stadt, Land, Bund und dem Frauenbüro Salzburg kommen. Dazu kommt dann noch die Eigenfinanzierung", sagt Nowak. Salzburg sei jedoch ganz unabhängig vom Wetter ein guter Ort, um solche Veranstaltungen zu halten.

Quelle: SN

Aufgerufen am 24.09.2018 um 05:39 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/durchwachsener-sommer-wer-profitiert-und-wer-verliert-1175125

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