Chronik

Ehemann von Pflegerin stiftete diese zu Raub an 91-jähriger Pinzgauerin an: Sechs Jahre Haft

Bereits 2018 rechtskräftig verurteilte slowakische Pflegerin hatte das gebrechliches Opfer mit Schlaftabletten in Tiefschlaf versetzt und aus Tresor Geld und Schmuck im Wert von 250.000 Euro genommen. Am Freitag erhielt nun der Ehemann der Pflegerin am Salzburger Landesgericht sechs Jahre Gefängnis (nicht rechtskräftig). Er hatte seine Frau zur heimtückischen Tat angestiftet und das Diebesgut in die Slowakei verbracht.

Symbolbild.  SN/apa
Symbolbild.

Bereits im Februar 2017 war eine damals 91-jährige Greisin aus dem Pinzgau Opfer einer besonders perfiden Straftat geworden: Die hochbetagte Dame war von ihrer Pflegerin, einer inzwischen 32-jährigen Slowakin, durch die Gabe von mehr Schlaftabletten als verordnet in einen tiefen Schlaf versetzt worden. Dann hatte die Pflegerin aus dem Tresor im Haus der Greisin 21.500 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von 230.000 Euro aus dem Safe entnommen. 2018 wurde die in ihrem Prozess geständige Slowakin wegen Raubes und Diebstahls zu fünf Jahren unbedingter Haft verurteilt.

Am Freitag wurde nun von einem Schöffensenat am Landesgericht (Vorsitz: Richter Peter Egger) auch der Gatte der Slowakin schuldig gesprochen - und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt (nicht rechtskräftig).

Laut Anklage von Staatsanwältin Elena Haslinger hatte der 40-jährige Ehemann der Pflegerin diese zu den Taten angestiftet, damals das Diebesgut abgeholt und zur Veräußerung in seine slowakische Heimat verbracht. Konkret hatte er laut Anklage die Pflegerin in Telefonaten zur "Betäubung" der Greisin und zum Diebstahl angewiesen. Der lange untergetauchte, erst Ende 2019 in der Slowakei verhaftete Ehemann bekannte sich in seinem Prozess trotz massiv belastender Beweismittel - etwa die sichergestellten (Handy-)Tonaufnahmen bzw. Audioaufzeichnungen der Telefonate - nicht schuldig.

Das Gericht ging jedoch nun zweifelsfrei von der Verwirklichung der dem Angeklagten angelasteten Taten aus. Richter Peter Egger zu den verhängten sechs Jahren Haft: "Die besondere Heimtücke gegenüber wehrlosen Opfern ist streng zu bestrafen." In das Urteil flossen zudem zwei (weitere) Diebstähle an ebenfalls betagten Damen ein, die der - selbst auch als Pfleger tätig gewesene - Slowake laut Anklage ebenfalls begangen hatte.

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