Chronik

Ein Buch sprießt im Stadtteilgarten

Menschen hatten schon in der Bibel eine besondere Beziehung zum Garten. Mitglieder des Parscher Gemeinschaftsgartens haben mit dem Stadtteilverein dort jetzt nicht nur ihre Pflanzen wachsen lassen.

Was einem bei der Gartenarbeit alles so einfällt. "Was wäre, wenn ...?" "Was hätte XY gesagt zu/über ABC ...?" Gedanken wie diesen hing Christian Lorenz Müller gern im Gemeinschaftsgarten Parsch nach, während er Unkraut jätete oder Salat pflanzte. "Menschen sind ja aus dem Paradiesgarten hervorgegangen, Gärten haben über alle Zeiten hinweg berühmte Persönlichkeiten inspiriert und ich überlegte mir, was sie wohl darüber gesagt haben könnten. Eine Recherche brachte wenig zutage, also dachte ich, ich könnte das ja an ihrer Stelle erfinden und ihnen in den Mund legen", schildert der gebürtige Bayer. "Heidegger erwies sich allerdings als zu kompliziert. Den habe ich ausgelassen", schmunzelt der gelernte Trompetenmacher und Autor. Das Vorwort hat er "logischerweise" Karl Ploberger angedichtet. Von W. A. Mozart, Wladimir Putin und Angela Merkel über Steve Jobs, Warren Buffet und Sebastian Kurz bis hin zu Thomas Bernhard, Karl Marx und anderen mehr reichen seine Zitat-Erfindungen. Ergänzt hat er die Sammlung mit Anmerkungen, wann und unter welchen Umständen die "Zitate" (so nie) gefallen sind.

Reichlich Material für seinen langjährigen Freund und Gartennachbarn Bernhard Lochmann, diese Zuschreibungen zu illustrieren. "Ganz so einfach war das nicht, denn Christian hat oft starke Bilder in den Texten verwendet. Das muss richtig komponiert sein und soll trotzdem locker, wie aus dem Ärmel geschüttelt wirken", erklärt der Zeichner und Druckgrafiker, der sich Karl Marx und Dieter Bohlen unbedingt gewünscht hat.

Beiden hat das Projekt großen Spaß gemacht. "Die meisten Leute würden nie vermuten, dass alles erfunden ist. Das ist durchaus mit der Kritik verbunden, dass heutzutage viele Menschen vieles, was sie lesen, für bare Münze nehmen", merkt Müller an.

Entstanden ist die Idee zu dem Buch im Vorjahr, als Müller und Lochmann bei einem Gartenfest erste Zitate und Zeichnungen als Tafeln im Garten aufstellten. "Das kam derart gut an, dass wir weitergearbeitet haben." Herausgekommen ist ein vergnügliches Buch voller Humor und Ironie in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilverein Parsch, gefördert vom Land Salzburg. Obfrau Gabi Kriks hat nicht nur am Layout mitgearbeitet, sondern damit gleich mehrere Arbeitskreis-Projekte umgesetzt. "Wir haben hier Publikation, Kunst und Kultur mit Gemeinschaft verknüpft. Außerdem geht es um zwei junge Künstler aus Parsch mit einem starken Bezug zum Stadtteilgarten", freut sie sich.

Gartenzitate "In den Mund gelegt"

Winston Churchill: "No sports. Except garden work."

Dieter Bohlen: "Gärten? Nee, wirklich nicht. Ich überlasse doch nicht irgendwelchem Grünzeug die Bühne. Das wächst ja selbst dann noch, wenn ich meine Scheiße drüber auskippe."

Sebastian Kurz: "Ich habe die
Balkanroute geschlossen. Das war etwas, was niemand für möglich gehalten hat. Wenn Sie wollen, komme ich auch zu Ihnen in den Garten und unterbinde die Schneckenmigration vom Komposthaufen zum Gemüsebeet."

Johann Padutsch: "Klar finde
ich Gärten gut. Wenn Sie mindestens vier Etagen hätten, wären sie noch besser."
Dietrich Mateschitz: "Für diesen Gartenduft und dieses Garten-Grundgefühl hätte ich gerne eine Rezeptur. Ich bin mir bloß nicht sicher, ob das Ergebnis auch in eine Dose passen würde."

Niki Lauda: "So ein Garten ist ein
Parkplatz für die Seele. Da vergesse sogar ich das Gaspedal."

Marcel Koller: "Es war alles umsonst. Sie bewegen sich einfach zu wenig. Wenn du Österreicher auf den Rasen stellst, wachsen sie sofort an. Dann kannst du Karotten ernten, aber keine Tore."

Angela Merkel: "Immer, wenn mein Mann und ich an die Gartenarbeit gehen, sagen wir uns ,Wir schaffen das!' Und dann ist doch wieder mehr zu tun, als gedacht."

Aufgerufen am 12.12.2018 um 01:05 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/ein-buch-spriesst-im-stadtteilgarten-29425372

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