Chronik

Ein Freispruch im Prozess um gefälschte Potenzpillen

Im Salzburger Verfahren gegen vier Angeklagte wegen angeblich millionenschweren Verkaufs von gefälschten Potenzmitteln ist das Verfahren für die Ehefrau des Hauptbeschuldigten jetzt rechtskräftig vom Tisch.

Ein Freispruch im Prozess um gefälschte Potenzpillen SN/dpa/dpaweb
Symbolbild.

Salzburg APA

In dem in der Vorwoche eröffneten, und am Montag fortgesetzten Prozess am Landesgericht rund um mutmaßlichen Betrug mit gefälschten Potenzmitteln sprach der Schöffensenat am Montag die Ehefrau des Hauptbeschuldigten frei. Ein weiterer Mitangeklagter, ein Außendienstmitarbeiter, wurde hingegen verurteilt. Die Verhandlung gegen die verbliebenen zwei Angeklagten wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

Bei den zwei Beschuldigten, die sich weiterhin vor dem Senat unter Vorsitz von Richter Günther Nocker verantworten müssen, handelt es sich um einen 54-jährigen Geschäftsführer aus der Erotikbranche und seinen 28-jährigen Sohn. Sie sollen laut Anklage von 2009 bis 2011 einen rund zwei Millionen Euro hohen Schaden als Mitglieder beziehungsweise "Salzburg-Ableger" der international agierenden "Pillendienst-Bande" verursacht haben. Den beiden wird schwerer gewerbsmäßiger Betrug im Rahmen einer kriminellen Vereinigung angelastet.

Hauptangeklagte sollen zu internationaler Bande gehören

Dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft Salzburg zufolge wurden in Asien illegal hergestellte und nach Europa geschmuggelte Produkte im Internet-Versandhandel den "ahnungslosen Käufern" als Originalmedikamente Viagra, Cialis und Levitra angeboten. Ein eigenes Online-Bezahlsystem habe dem Kunden eine diskrete Abwicklung versprochen. Die gefälschten Pillen wurden per Post verschickt.

Der Geschäftsmann, seine Frau und sein Sohn beteuerten zu Prozessbeginn ihre Unschuld. Die Ehefrau (43), eine Erotikdarstellerin, soll nur die vermeintliche Eigentümerin einer Werbeagentur- und Postservice-Firma ihres Mannes gewesen sein. Laut ihrem Verteidiger hatte sie keine Ahnung von den Geschäftstätigkeiten.

Der mitangeklagte Freund des Geschäftsführers, ebenfalls 54 Jahre alt und Außendienstmitarbeiter von Beruf, gestand ein, dass er Pillen, die sein ersangeklagter Freund im Internet bestellt habe, gekauft und mit einem Aufschlag von zwei Euro pro Tablette weiterverkauft hat. Er habe gewusst, dass die Produkte in der Apotheke mehr kosten würden und dass diese auch rezeptpflichtig seien. Der vorbestrafte Außendienstmitarbeiter wurde am Montag unter Bedachtnahme auf eine andere, noch offene Verurteilung zwar rechtskräftig schuldig erkannt, allerdings sei von der Verhängung einer Zusatzstrafe abgesehen worden, wie Gerichtssprecherin Martina Pfarrkirchner erklärte.

Quelle: SN

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