Chronik

Ein Kuchen als letzte Rettung

Studierter Jurist, ehemaliger Fußballer und Beleuchtungsmeister mit Zertifikat: Robert Herbe pendelt als selbstständiger Lichttechniker zwischen Rockhouse, Republic und Argekultur - und aktuell bei den großen Produktionen im Großen Festspielhaus.

Wenn von allen Seiten das große Chaos über Robert Herbe hereinbricht, setzt er sich ins Kaffeehaus – wie etwa ganz passenderweise ins „Little Light“ –, genehmigt sich ein Stück Kuchen zum Tee und macht eine halbe Stunde Pause. Dann hat er wieder Energie für seine Aufgaben. SN/sw/ricky knoll
Wenn von allen Seiten das große Chaos über Robert Herbe hereinbricht, setzt er sich ins Kaffeehaus – wie etwa ganz passenderweise ins „Little Light“ –, genehmigt sich ein Stück Kuchen zum Tee und macht eine halbe Stunde Pause. Dann hat er wieder Energie für seine Aufgaben.

"Cake of the day" (engl. "Kuchen des Tages") ist ihm zum geflügelten Wort bzw. zum Facebook-Posting des Tages geworden. Denn immer, wenn zu viele Leute rund um ihn herum zu viel auf einmal von ihm wollen und das Chaos zu groß wird, zieht er sich für eine halbe Stunde zurück. Genießt im Kaffeehaus ein Stück Kuchen und schöpft daraus die Kraft und Energie, sich wieder seinen Aufgaben zu widmen.

Dabei liebt er seine Arbeit, die in ihren Dimensionen unterschiedlicher nicht sein könnte. "Ich bin einerseits Lichtler und andererseits Beleuchter", merkt er mit Augenzwinkern an. "Lichtler" ist er in Häusern wie dem Rockhouse, Republic, der Argekultur oder dem Musikum, als freiberuflicher Lichttechniker und alleine verantwortlich für eine der gerade anstehenden Konzerte oder Shows. Dort gestaltet er in Absprache mit den Künstlern die Beleuchtung, arbeitet mit dem vorhandenen Material des Hauses, stimmt auf die jeweiligen Anforderungen ab, baut auf, programmiert jede Einstellung und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. "Eine eineinhalbstündige Lichtshow, live abgerufen, ist gleich anstrengend wie eineinhalb Stunden Fußball spielen", gesteht der ehemalige Fußballer und Tormanntrainer.

"Beleuchter" ist er im großen Festspielhaus als Teil eines rund 20-köpfigen Teams, wo von A bis Z alles minutiös durchgeplant ist. "Dort setze ich um, was vorgegeben ist, das ist Arbeit, die funktionieren muss. Wir haben zwei Opern, Konzerte und fallweise den Jedermann, da kann es schon vorkommen, dass wir am Tag drei Mal umbauen." Jedes Licht für jede Szene muss sitzen und die Abläufe müssen mit den Aufgaben der anderen Abteilungen - Bühne, Schlosser, Unterbühne, Schnürboden, Tapezierer - präzise ineinandergreifen. "Pro Abend sind 400 bis 500 Leute am Werk, da muss alles passen."

Fasziniert ist der studierte Jurist, der einige Jahre auch im Sozialbereich gearbeitet hat, vom unglaublich hohen Können und der Professionalität der Künstler, ebenso vom unmittelbaren Kontakt mit ihnen. "Als heuer die junge belgische Sängerin als Königin der Nacht binnen ein paar Stunden einspringen musste, das war ein ganz besonderer Moment, als sie praktisch aus dem Nichts auf die Bühne ging. Das geht nahe. Um nichts in der Welt möchte ich je einen anderen Job machen, das ist meine Leidenschaft", gerät Herbe ins Schwärmen. Allerdings: Seit der Zusammenarbeit mit der indischen Tänzerin Nayana Keshava Bhat beim Open Mind Festival 2015 in der Argekultur stellt er sich auch selbst auf die Bühne und präsentiert seine eigenen Lieder.

Die nächste Gelegenheit, ihn dabei zu erleben, bietet sich am 22. August, 20 Uhr, beim "Acoustic Summer" in der Rockhouse-Bar. Ebenso tritt er am 1. September, 17 Uhr, bei "Live im Park" im Heckentheater als "Vorband" zu Amy Wald auf. "Songs of Light, Love and Cakes" wird er zum Besten geben. Womit wir wieder beim Kuchen gelandet wären.

Aufgerufen am 23.10.2018 um 09:32 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/ein-kuchen-als-letzte-rettung-39053359

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