Chronik

Ein Meter Schnee in den Salzburger Bergen

In den Salzburger Skigebieten ist dank reichlich Naturschnee und tiefer Temperaturen das Weihnachtsgeschäft gesichert. Aber unter 800 Meter Seehöhe gibt es wohl grüne Weihnachten.

Rechtzeitig vor den Weihnachtsferien ist der Winter eingekehrt. Bis Mittwoch wird in Salzburg zumindest ab 1500 Meter Seehöhe rund ein Meter Neuschnee zusammenkommen. Allein in der Nacht auf Montag waren es auf der Loferer Alm 50 Zentimeter, auf der Schmittenhöhe und dem Kitzsteinhorn rund 70 Zentimeter. In den Tälern schneite es weniger. In Abtenau waren es fünf Zentimeter, in St. Michael und Krimml zehn und in Saalbach 15, so Claudia Riedl von der ZAMG Salzburg. Unter 700 Meter Seehöhe regnete es vorerst noch. "Am Dienstag und am Mittwoch wird es kälter", sagt Riedl. Dann kann sich im ganzen Land eine dünne Schneedecke bilden.

In den Skigebieten herrscht Erleichterung. Veronika Scheffer, die Sprecherin der Salzburger Bergbahnen, sagt: "Es freut mich für die ganze Branche. Weihnachten ist gesichert. Alle Skigebiete können aufsperren und die Hütten können auch aufsperren. In Zauchensee haben wir von Sonntag auf Montag 30 bis 40 Zentimeter Schnee bekommen." Der Naturschnee schafft die Winterstimmung. Die Pisten werden dennoch beschneit, damit sie besser halten. Dauerfrost von Mittwoch bis Freitag gibt dazu die Gelegenheit.

Auch die ersten Skitouren sind jetzt möglich. Der Neukirchner Tourenführer Hans-Peter Kreidl vom "Skitourenwinter" stieg am Montag von Wald-Königsleiten auf die 2315 Meter hohe Königsleitenspitze. Er berichtete: "Ein Wahnsinn! Es liegt knietief Pulver." Durch den starken Wind ist allerdings die Lawinengefahr über 1800 Meter Höhe erheblich. Vor allem Rinnen und Bereiche hinter Kanten sind zu meiden.

Der Wintereinbruch sorgte auch für Verkehrsbehinderungen. Die Tauernautobahn (A10) war wegen Glatteis und hängen gebliebener Lkw am Montag in der Früh zwischen Flachau und Rennweg gut eine Stunde gesperrt. Autobahnmeister Bernd Essl von der Asfinag sagte: "Wir haben in Absprache mit der Polizei vorsorglich gesperrt, bevor Unfälle passieren, und die Straße geräumt. Wir sind seit Sonntagvormittag mit allen Fahrzeugen im Einsatz." Am Nachmittag wurde die A10 zwischen Flachau und Zederhaus noch einmal für 40 Minuten gesperrt, nachdem sich bei der Südausfahrt des Tauerntunnels ein Lkw gedreht hatte.

Der Winter dürfte aber zumindest im Flachland nicht lange bleiben. Claudia Riedl: "Das Wochenende und die ganze nächste Woche schauen milder aus. Die Temperatur wird auf fünf und teilweise bis zu zehn Grad steigen. Das ist für die Jahreszeit deutlich zu warm." In den Tallagen unter 800 Meter Seehöhe sehe es derzeit nach grünen Weihnachten aus. Aber die Hoffnung lebt. Die Prognosen sind noch nicht ganz abgesichert.

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