Chronik

Ein Schnitzer mit Schneid

In einer kleinen Hütte produziert Sebastian Eder allerlei Teuflisches und Dekoratives.

Die Heiligenfiguren von Sebastian Eder werden am Heiligen Abend in der Kirche St. Georgen aufgestellt. Sie bleiben für 40 Tage.  SN/sw/andreas rachersberger
Die Heiligenfiguren von Sebastian Eder werden am Heiligen Abend in der Kirche St. Georgen aufgestellt. Sie bleiben für 40 Tage.

Auf gerade einmal 2,5 mal 2,5 Meter Grundfläche schnitzt er das Zirbenholz zurecht. In einer Gartenhütte, auf dem Grund der Schwiegereltern, liegt die Werkstatt von Sebastian Eder.

Heiligenfiguren, Engelsflügel, Deko-Bäume, Schuhe in klein und groß, alles Mögliche Selbstgemachte ziert das angrenzende Stüberl. Und natürlich thronen teuflische Masken an der Wand, diese sind aus dem leichten Holz der Weymouth-Kiefer.

Mit Krampuslarven haben die künstlerischen Ambitionen des seit Freitag 25-Jährigen vor zehn Jahren ihren Lauf genommen - in der großen Werkstatt seines Vaters, einem gelernten Zimmerer. Insgesamt hat er schon über 100 Larven geschnitzt und bemalt, allein heuer waren es 23. Im Durchschnitt rechnet er pro Exemplar mit 30 Arbeitsstunden. Die neue Krampussaison startet für den Schnitzer im Jänner, dann kommen in der Regel die ersten Anfragen. Denn es gebe einige fanatische Passen, die sich Jahr für Jahr neu ausstatten.

Sein Unternehmen "Holzkunst Sebastian Eder" betreibt er derzeit nebenberuflich. Vollzeit tätig ist der gelernte Mechaniker bei der Straßenmeisterei Pinzgau, im Winter im Schichteinsatz beim Streu- und Räumdienst auf den Bundes- und Landesstraßen. Parallel absolviert er eine Ausbildung als Bildhauer in der Schnitzschule Geisler-Moroder im Tiroler Lechtal. Nach 56 Wochen, die er sich beliebig über Jahre einteilen kann, darf er in Wien zur Gesellenprüfung antreten. Kein billiger Spaß: "Ich rechne mit Gesamtkosten von 25.000 Euro. Da muss man sich schon sicher sein, was man machen will."

Irgendwann will er lebensgroße Figuren herstellen. "Ich hab' lieber was Gscheits in der Hand. Je kleiner die Werkstücke sind, umso schwieriger wird es für mich mit meinen großen Händen", sagt Eder und lacht. Aus Holz etwas Wertvolles mit Ausdruck schaffen, etwas, das Leute inspiriert, das fasziniere ihn an seiner Leidenschaft.

Eder stellt auch originelle Pokale her, etwa für Eisschützen (Sieger- und Verlierermoar) und für das "Roahax"-Fußballturnier. Am liebsten ist ihm, wenn die Kunden in ihren Wünschen möglichst viel Freiraum gewähren - denn: "Der Weg zum Ziel ist oft ungeplant." Auch manch skurriler Auftrag trudelt ein. So ging etwa ein hölzernes Liebesspielzeug in Produktion, mit einer stattlichen Länge von 30 Zentimetern.

Das Logo des Schnitzers besteht übrigens aus einer Krampusmaske ("mein künstlerischer Ursprung"), einem nackten Frauenkörper ("ein Torso als Symbol für die Kunst") und einem Baum ("dem Holz geschuldet"). Im nächsten Jahr will er in St. Georgen sein eigenes Holzhaus bauen - natürlich mit Werkstätte. "Und ich möchte Figuren einarbeiten."

Aufgerufen am 15.12.2018 um 03:14 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/ein-schnitzer-mit-schneid-21450166

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