Chronik

Ein starkes Mädchen mit großen Zielen: Bei der Geburt wog Magdalena nur 650 Gramm

Drei Monate zu früh kam die heute Sechsjährige aus Leogang auf die Welt. Seither kämpfen ihre Eltern dafür, dass ihre Tochter ein möglichst normales Leben führen kann.

Durch die Frühgeburt kam es bei Magdalena Hirschbichler aus Leogang zu schweren körperlichen Beeinträchtigungen. SN/privat
Durch die Frühgeburt kam es bei Magdalena Hirschbichler aus Leogang zu schweren körperlichen Beeinträchtigungen.

Es war im April 2015. Nicole und Johannes Hirschbichler aus Leogang fuhren für ein Wochenende an den Gardasee. "Wir sind Bergfexe und wollten wandern und ausspannen." Doch daraus wurde nichts. Bei Nicole Hirschbichler, damals im sechsten Monat schwanger, setzten die Wehen ein. Sie kam sofort ins Krankenhaus. Doch die Geburt ließ sich nicht mehr aufhalten. Am 7. April kommt Tochter Magdalena in der 25. Schwangerschaftswoche mit 650 Gramm auf die Welt.

Es folgten Wochen des Bangens und Hoffens, die die Eltern mit ihrem Baby im Krankenhaus in Trient verbrachten. "Es war eine Gratwanderung. Ihre Krankengeschichte war endlos und vieles lebensbedrohlich", erinnert sich Nicole Hirschbichler. Doch Magdalena schaffte es. Nach drei Monaten in Italien fuhr sie mit ihren Eltern heim nach Leogang. Magdalena hatte an Gewicht zugelegt, die durch die Frühgeburt ausgelösten Augenprobleme konnten in Italien operativ behoben werden und auch die Lunge funktionierte. Es schien, als ob sich alles gut entwickeln würde. Doch in den nächsten Wochen und Monaten wurde klar, dass die Frühgeburt und eine damit einhergehende Gehirnblutung bei der heute Sechsjährigen große körperliche Probleme zur Folge hatten. Die Diagnose: spastische Lähmungen an allen vier Extremitäten sowie Fehlbildungen an Hüfte und Wirbelsäule. "Das war ein Schlag für uns. Es kamen ständig neue Probleme dazu", so Nicole Hirschbichler. Nun ist das Mädchen auf einen Rollstuhl angewiesen, den sie mit einem Joystick steuert. Sie kann nicht selbstständig sitzen und ist in ihrem Tagesablauf auf Unterstützung angewiesen. Zudem sind immer wieder Therapien nötig.

Gerade wird das Haus der Hirschbichlers in Leogang adaptiert. Ein Zubau wird errichtet, der für ein neues barrierefreies Badezimmer und WC Platz bieten wird. "Unser 150 Jahre altes Haus ist aus alten Backsteinen gemauert, da lassen sich Räume nicht einfach erweitern. Darum haben wir uns für den Zubau entschieden." Eine teure Angelegenheit für die Familie. Johannes Hirschbichler ist Alleinverdiener. Seine Ehefrau kümmert sich um Magdalena sowie die 2019 geborene Tochter Johanna. Unterstützung für den Umbau gibt es nun vom Soforthilfefonds der ORF-Hilfsaktion Licht ins Dunkel.

Inzwischen besucht Magdalena die erste Klasse der Volksschule in ihrem Heimatort. Für die Familie ist es eine große Freude und ein großer Erfolg, dass ihre Tochter die Schule im Ort besuchen kann. "Das waren für uns drei Jahre harter Kampf." Dabei beschränken sich die Probleme des Mädchens auf seinen Körper. "Magdalena ist blitzgescheit. Sie konnte mit drei, vier Jahren lesen und hat ein unglaublich gutes Gedächtnis." So habe sie stets den Terminkalender der Familie parat, interessiere sich für Anatomie und das Universum. "Ich habe das Gefühl, dass sie das, was ihr Körper nicht kann, mit ihrem Geist wettmachen will." Für ihre Tochter wünscht sich das Paar ein möglichst normales Leben. "Natürlich wird sie in ihrem Alltag immer Assistenz brauchen, so wie sie sie derzeit in der Schule bekommt. Aber sie soll einen Beruf erlernen und irgendwann so selbstständig wie möglich leben können."

Helfen mit Licht ins Dunkel

Mit dem Advent startete die diesjährige ORF-Hilfsaktion Licht ins Dunkel in Partnerschaft mit den "Salzburger Nachrichten", Progress Werbung, Albus und dem Raiffeisenverband. Seit 22 Jahren stellen sie sich in den Dienst der guten Sache. Durch den Soforthilfefonds wird in diesem Jahr auch die Familie Hirschbichler aus Leogang unterstützt. Ihr Wohnhaus muss um ein barrierefreies Bad mit WC für Magdalena erweitert werden.

Spenden an die "Licht ins Dunkel"-Hilfsaktion, Kennwort: Soforthilfefonds Salzburg.
Spendenkonto: AT22 3500 0000 0001 6600.

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