Chronik

Ein stimmiger Schlussakkord für das "Café Kurkuma"

Margarethe Hlawa- Grundner wird am 11. Juni für ihre jahrelange Kulturarbeit in Hallein mit dem neuen Hubert-von-Goisern-Kulturpreis ausgezeichnet.

Lange konnte Margarethe Hlawa-Grundner gar nicht glauben, was sie da am Telefon hörte, als Hubert Achleitner, besser bekannt als Hubert von Goisern, anrief: "Als er mir von dem neuen Kulturpreis erzählte, dachte ich zuerst, er fragt mich, ob ich die Feier umrahmen will, und allein darüber habe ich mich schon gefreut. Als er dann sagte, das Gremium habe einstimmig entschieden, dass ich eine der Preisträgerinnen sei, dachte ich, da erlaubt sich jemand einen Scherz."

Viel ehrenamtliches Engagement für die Kultur in Hallein

Der Hubert-von-Goisern-Kulturpreis wird heuer erstmals verliehen, zur "Förderung von Talent und Beharrlichkeit ... sowie zur Unterstützung und Förderung inspirierter und inspirierender Menschen sowie innovativer Lösungen und Ideen, die dem Gemeinwohl zugutekommen". Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro für vier Kulturschaffende dotiert und wird am 11. Juni im Marmorsaal des Schlosses Mirabell verliehen. Hlawa-Grundner bekommt den Preis weniger für ihre musikalische Leistung als Geigerin, sondern vor allem für ihr kulturelles Engagement im Allgemeinen: Seit nunmehr 13 Jahren leitet die 38-Jährige ehrenamtlich das Halleiner Kammerorchester; gut anderthalb Jahre stand sie der Kulturgemeinschaft Freiräume vor, um zu verhindern, dass diese sich mangels Obfrau auflösen muss; im Herbst 2015 organisierte sie vier Monate lang wöchentliche Konzerte, um Spenden für die Flüchtlingshilfe zu sammeln; und das Café Kurkuma, das sie gemeinsam mit ihrem Mann Niclas eröffnete, ist mit rund 100 Veranstaltungen zu einem neuen Hotspot in der Altstadt geworden. "Gerade jetzt ist diese Auszeichnung ein wunderschöner Abschluss unserer Zeit im Café Kurkuma", sagt Hlawa-Grundner.

"Einen schöneren Schlussakkord gibt's nicht"

Kürzlich hatten sie und ihr Mann sich nach langer Überlegung dazu entschlossen, das Café in neue Hände zu geben und sich nur noch um die Kulturveranstaltungen zu kümmern. "Da haben wir so viel reingesteckt. Nun als Abschluss die Anerkennung von Hubert von Goisern zu bekommen, einem Musiker, den ich zutiefst schätze und immer einmal treffen wollte, einen schöneren Schlussakkord gibt's nicht."

Bis zu ihrem endgültigen Abschied aus dem Café Mitte Juli wird sich aber dort noch viel tun, neun Veranstaltungen stehen bis dahin noch auf dem Programm. Unter dem Titel "Schlussakkord" verabschieden sich Margarethe und Niclas Hlawa-Grundner dann am Freitag, dem 13. Juli ("Ist doch ein cooles Datum zum Aufhören") mit einem ganz speziellen Abend aus dem "Kurkuma": "Es wird eine Open Stage geben und wir werden alle Künstler, die jemals bei uns gespielt haben, einladen vorbeizukommen, zu spielen und unseren Abschied zu feiern."

Auch ein zweiter Tennengauer wird mit dem Preis ausgezeichnet

Übrigens wird auch ein zweiter Tennengauer mit dem Hubert-von-Goisern-Kulturpreis ausgezeichnet: Der in Abtenau geborene Dokumentarfilmer und Regisseur Mike Ramsauer, der seit Jahren in Südtirol lebt und arbeitet, erhält den Preis für seinen Dokumentarfilm "Quellmalz", in dem er die Geschichte des SS-Musikwissenschafters Alfred Quellmalz erzählt. Ein Porträt von Brauchtum im Spannungsfeld zweier Diktaturen: Quellmalz archivierte im Südtirol der 1930er und 40er Jahre Volkslieder der im Auswandern begriffenen "Volksdeutschen" archivierte.

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