Chronik

Ein (un)möglicher Kindheitstraum?

Alfred Pritz setzte in seinem Leben alles daran, Hubschrauberpilot zu werden. Schwierige Zeiten mit Existenzängsten wandelte er in Aufwind um. Heute gibt er sein Wissen an Jungpiloten weiter.

Der wohl prägendste Moment passierte in der frühen Kindheit. Alfred Pritz spielte Anfang der 80er Jahre am Sandhaufen vor dem Elternhaus in St. Martin, als plötzlich ein Drachenflieger über seinen Kopf zog und unweit seines Zuhauses landete. "Es war für mich unvorstellbar und faszinierend, wie so etwas geht", erinnert sich der heute 44-Jährige.

Der Traum zu fliegen ließ ihn nicht mehr los. Sein zweites Zuhause: Der Landeplatz der Drachenflieger in St. Martin. "Am Glücklichsten war ich, als mich die Flieger am Boden in den Gurt spannten und mit mir einen Flug simulierten." Mit 18 begann der Absolvent der HTL für Maschinenbau schließlich in Unternberg mit Paragleiten.

Zum ersten Mal zerbrach der Pilotentraum bei der negativen Auswahltestung beim Bundesheer. "Ich habe sofort einen Plan B geschmiedet und Berufspraxis bei der Firma Palfinger gesammelt." In der Freizeit stand Paragleiten und Drachenfliegen am Programm, schließlich auch bei Wettkämpfen. "Ich sammelte wertvolle Erfahrung im Medium Luft. Leider wurde und werde ich auch immer von tragischen Unfällen begleitet. Erschreckende Conclusio ist, dass größtenteils menschliches Versagen mit fatalen Fehlentscheidungen ausschlaggebend dafür sind."

Von langer Hand - aber geheim - geplant war sein Ausritt nach Amerika. Um seinen Traum zu realisieren verkaufte er sein ganzes Hab und Gut, einzig seinen "Drachen" behielt er sich. Mit 23 Jahren begann er schließlich mit der Hubschrauber-Pilotenausbildung in Kalifornien. Kostenpunkt: 36.000 Dollar. Größte Herausforderung: Alles in Englisch. Rechtsmaterie, Luftfahrzeugkunde, Aerodynamik, Meteorologie oder Navigation verschlang er. In Rekordzeit von drei Monaten folgte der Abschluss. Dank finanzieller Unterstützung der Eltern legte er die Ausbildung zum Fluglehrer nach.

Zuhause zurück büffelte er weiter um die österreichische Lizenz zu erwerben. Mit dem Fliegen in der Heimat wurde aber vorerst noch nichts. Beruflich wurde er Polizist. In Urlauben ging es immer wieder in die USA, um Flugpraxis zu sammeln. 2003 hat Alfred Pritz die Fluglehrerausbildung in Österreich mit Auszeichnung abgeschlossen. "Die Fliegerei ist eine Charakterschule. Es formt dich gewaltig. Entscheidungen müssen zu deinen Fähigkeiten passen. Durch die Ausbildung habe ich gelernt: Man darf nicht im Vergleich leben. Verlieren war für mich in der Kindheit eine Tragödie. Ich habe gelernt, meinen eigenen Weg zu gehen und mich mitzufreuen. Man muss geduldig bleiben und sich realistische Ziele setzen."

Von 2003 bis 2007 leitete er eine private Flugschule in Salzburg. Seit 2007 ist er Einsatzpilot und Fluglehrer beim BMI. Beim Verein "Project Hummingbird" mit Sitz in Mauterndorf ist Alfred Pritz Obmann. Stellvertreter ist Skisprunglegende Thomas Morgenstern.

Von 24. bis 26. Mai wird zum LAE-Fliegerforum in Mauterndorf geladen. "Ich hatte damals niemanden, der mir seine Erfahrung vorlebte und mich führte. Ziel des Forums ist es, aus den Erfahrungen von bis zu 100 Piloten aus dem deutschsprachigen Raum einen praxisorientierten Leitfaden für sichere Flugdurchführung zu entwickeln." Der Sonntag (26. Mai) steht dabei im Zeichen von "Fliegen hautnah". Besucher können ab 9.30 Uhr sämtliche Sparten der Fliegerei kennenlernen.

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