Chronik

Ein weiterer Schritt gegen Busse im Stau

900 Meter lang ist die neue Busspur in Elixhausen. Sie bringt in den Morgenstunden bis zu zehn Minuten Zeitgewinn.

Der morgendliche Stau auf der Mattseer Landesstraße L 101 vor Elixhausen Richtung Salzburg gehört zum Alltag. Bis Ursprung oder noch weiter zurück reicht oft die Kolonne. Im Stau stehen dann nicht nur die Autofahrer, sondern auch jene, die den Bus als öffentliches Verkehrsmittel nutzen. Mit der neuen, etwa 900 Meter langen Busspur zwischen Ursprung und Elixhausen erhalten die Öffi-Nutzer einen Vorsprung. "Damit fahren die Busfahrgäste noch bequemer und schneller Richtung Salzburg, sie fahren am Stau vorbei, das bringt bis zu zehn Minuten", so Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) bei der Eröffnung der Busspur vergangene Woche. Zusammen mit Elixhausens Bürgermeister Michael Prantner (ÖVP) machte er auch den Selbsttest. "Davon profitieren auch die Busbenutzer aus Mattsee oder Seeham, ohne dass die Autofahrer einen Nachteil haben, denn die Fahrbahn blieb gleich, wurde sogar im Zuge der Bauarbeiten komplett saniert." Zudem können sich die Fußgänger und Radfahrer über einen neuen Geh- und Radweg freuen. Insgesamt wurden 1,57 Millionen Euro investiert. 100.000 Euro hat die Gemeinde Elixhausen beigesteuert.

Bürgermeister Prantner ist ebenfalls angetan: "Das ist ein großer Qualitätssprung, damit wurde ein Nadelöhr beseitigt. Wir haben jetzt den Mobilitätsvertrag mit dem Land aus dem Jahr 2009 abgearbeitet, dazu gehören der Kreisverkehr, der Park-&-Ride-Platz bei Mödlham und nun die Busspur." Täglich fahren 15.000 Fahrzeuge durch Elixhausen.

Für Mattsees Bürgermeister René Kuel, Obmann des Gemeindeverbandes Flachgautakt II, dem 16 Gemeinden angehören, ist die Busspur ein weiterer Baustein zur Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs. "Wir haben bereits die Viertelstundentakte und die MEX-Busse über die Autobahn verwirklicht. Die L 101 ist extrem stark befahren, jetzt fährt der Bus am Stau vorbei. Das kann vielleicht einige Autofahrer zum Umstieg auf den Bus bewegen." Er sieht aber auch Fahrgemeinschaften als probates Mittel, den Stau zu verringern.

Bis zur Verwirklichung der Busspur war ein langer Atem nötig, denn es waren schwierige Verhandlungen mit den Grundbesitzern, wie sich Berndorfs Bürgermeister Josef Guggenberger als früherer Flachgautakt-II-Obmann erinnert. "Es wurde jahrelang um Lösungen gerungen, die zuletzt mit Landesrat Hans Mayr zum Erfolg führten. Es wurde auch die Forderung nach einer 50-km/h-Beschränkung erfüllt", so Guggenberger.

Busspur ab Obertrum als Wunschziel

Doch die Bürgermeister hegen noch weiter gehende Pläne. "Schon vor den Wahlen haben wir beim Land deponiert, dass wir uns eine Busspurverlängerung bis Mödlham wünschen", so René Kuel. Amtskollege Prantner könnte sich eine Busspur sogar ab Obertrum vorstellen. "Dann könnte der Bus komplett am Stau vorbeifahren. Von Vorteil wären auch weitere Park-&-Ride-Plätze und eine Verbesserung des Tarifsystems im Verkehrsverbund", so Prantner. Landesrat Schnöll zeigt sich diesen Ideen nicht abgeneigt. "Wie man sieht, haben solche Projekte Sinn. Der öffentliche Nahverkehr muss insgesamt attraktiver werden und für die Menschen eine wirkliche Alternative zum Auto sein. Das betrifft auch die Ticketpreise und das Tarifsystem."

Eine große Herausforderung könnte auf den öffentlichen Nahverkehr zukommen, wenn die Stadt Salzburg eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung einführt. "Dann müssten viel mehr Busse eingesetzt werden, was natürlich auch großen finanziellen Einsatz erfordert", ist Flachgautakt-II-Obmann René Kuel überzeugt.

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