Chronik

Eine besondere Sitzung im Kammerlanderstall

Rund 250 Besucher kamen zur Sitzung der Gemeinde am Samstag: Langzeit- Ortschef Peter Nindl trat zurück, Andreas Schweinberger folgt ihm nach.

Die hohe Politik gab sich die Ehre, der Abschied wurde würdig und auch mit Humor gefeiert. LH Wilfried Haslauer (ÖVP) launig: "Wenn der Yeti eines Tages aufwacht und fragt: Ist der Nindl immer noch Bürgermeister, dann erhält er eine traurige Antwort." Mit 39 Jahren Amtszeit ist Peter Nindl (ÖVP) der längstdienende Bürgermeister Österreichs.

Jeder tüchtige Bürgermeister müsse entscheiden, durchgreifen, mit den Leuten reden können, betonte Haslauer. All das habe Nindl ausgezeichnet, er habe stets viele Sympathien genossen, auch dank seines Charmes und Kommunikationstalents: "Ich habe gehört, dass Nindl im Stau auf der kroatischen Autobahn Prospekte von Neukirchen verteilt hat." Der Ort habe sich durch die Amtsführung Nindls und wegen seiner langjähriger Tätigkeit als Geschäftsführer der Wildkogelbahnen sehr gut entwickelt.

29-jährig wurde der gelernte Bankkaufmann Peter Nindl 1979 Bürgermeister. In seiner Amtszeit hat er viele Projekte angestoßen und realisiert. Beispiele sind: Schaubergwerk Hochfeld, Errichtung des Seniorenheimes, Sanierung und Erweiterung der Volks- und Hauptschule, Errichtung des Gemeindekindergartens, Neubau der Güterwege Wim, Scheffau, Schwabreit, Roßberg und Ascham, Verlegung der Trasse der Pinzgaubahn und Verwirklichung eines neuen Hochwasserschutzes sowie der derzeitige Umbau und die Erweiterung des Feuerwehrhauses. Nindl war auch der erste Bürgermeister der Region, der den Nationalparkgedanken verfolgte und seine Gemeinde positiv dazu einstellte.

Nach mehreren Reden, u. a. von Bgm. Jan Kraus von der Partnergemeinde Hünstetten und des Präsidenten der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum, Holger Magel, erfolgte die Neuwahl. Diese leitete Hans Scharler. Ein Kandidat hatte sich gestellt - Andreas Schweinberger (ÖVP). Er wurde einstimmig von den 15 Gemeindevertretern gewählt und danach von Bezirkshauptmann Bernhard Gratz angelobt. Der neue Bürgermeister in seiner Antrittsrede: "Die Erwartungen aus der Bevölkerung sind groß. Ich möchte keine Versprechungen machen, sondern aus den vielen Wünschen das Machbare erkennen und umsetzen." Er wolle sich jedenfalls mit ganzer Kraft für Neukirchen einsetzen und seine beruflichen Verpflichtungen zurückschrauben. Der 49-Jährige ist Elektro-Meister und geschäftsführender Gesellschafter der Firmen Planungscompany sowie SalzachSonne. Seit heuer gehört der Quereinsteiger der Gemeindevertretung an. Schweinberger dankte allen, die ihm das Vertrauen schenkten, vor allem Peter Nindl. "Seine Ausdauer, sein politisches Fingerspitzengefühl und sein Grundoptimismus - diese Eigenschaften haben ihn als Bürgermeister ausgezeichnet."

Es war die öffentlichste Gemeindesitzung aller Zeiten in Neukirchen. Landeshauptmann, Bezirkshauptmann, Gemeindeverbandspräsident und mehr als 20 Bürgermeister waren mit dabei. Nindl dankte allen, die in den Kammerlanderstall gekommen waren, um ihn zu verabschieden und gleichzeitig der Kür des neuen Bürgermeisters beizuwohnen.

Schweinberger wusste noch etwas über Nindl: "Er hat zehn Bundeskanzler und fünf Landeshauptleute erlebt und er wurde acht Mal gewählt." Die Latte liegt hoch.

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Gnadenhof als gemeinsamerLebenstraum

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Als Nadine Langmeier klein war, brachte sie es auf 72 Tiere im und ums Elternhaus. Nun wollen sie und ihr Partner die Tierliebe beruflich ausleben.

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