Chronik

Eine Gemeinde feiert ihre 777-jährige Geschichte

Werfen feiert am 5. Oktober mit einem großen Fest ein historisches Datum. Mit einer Geschichte von 777 Jahren ist sie eine der ältesten Marktgemeinden Österreichs.

"Unsere Geschichte hängt untrennbar mit der Errichtung der Festung Hohenwerfen zusammen", so Bürgermeister Hubert Stock (ÖVP). Bewusst wurde sie einst an dieser Stelle erbaut, um die strategisch wichtige Durchzugsroute Nord-Süd zu kontrollieren.

Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts war der Marktort auch Sitz des gleichnamigen Pfleggerichts und somit für rund fünf Jahrhunderte Zentrum von Verwaltung und Rechtsprechung für den Pongau. Im Bereich der Justiz blieb Werfen bis Ende 2002 Sitz eines Bezirksgerichts.

1731 wurden auf Befehl des Erzbischofs mehr als 20.000 Salzburger Protestanten wegen ihrer religiösen Überzeugung vertrieben. Aus dem Pfleggericht Werfen mussten damals rund 4000 Bewohner ihre Heimat verlassen. Viele von ihnen siedelten sich in Ostpreußen an - manche wanderten sogar nach Amerika aus. "Werfen wurde in Folge mit Bayern, Schwaben und Tirolern wieder besiedelt."

Flächenmäßig ist Werfen mit 153,26 km22² zwar die achtgrößte Gemeinde Salzburgs, "doch unsere große Fläche ergibt sich vor allem durch die Gebirgszüge". Das enge Tal beschränkt auch die Gewerbegebietsflächen.

Dominierender Wirtschaftsbetrieb mit überregionaler Bedeutung ist das im Ortsteil Tenneck gelegene Eisenwerk mit gut 300 Beschäftigten. Wohnraum in Werfen ist durch die Topografie beschränkt, daher will man ungenützte Gebäude im Zentrum mit dem Bau neuer Wohnungen beleben. "Wir hätten Investoren für die teils öffentlichen Gebäude gehabt, doch hohe Auflagen durch den Denkmalschutz machen eine Renovierung nicht finanzierbar. Wir suchen hier noch dringend nach Lösungen."

Mit der Burg Hohenwerfen und der Eisriesenwelt verfügt Werfen über zwei der attraktivsten Sehenswürdigkeiten des Landes: "Es muss uns aber noch mehr gelingen, die zahlreichen Besucherströme dieser Magneten auch in unser Zentrum zu bringen."

Derzeit hat Werfen nur mehr gut 400 Gästebetten. Neue Projekte zur Belebung des Zentrums durch eine Ortskernstärkung stehen an. Wichtig wäre die baldige Renovierung des Kärtnerhofes, wo 60 bis 100 Gästebetten entstehen könnten. "Doch zuvor wird noch ein Betreiber gesucht." Die Ortschronik von Werfen beweist eine hohe frühere geschichtliche Bedeutung: 1630 etwa hatte Werfen zehn Gasthäuser, damals "Leuthäuser" genannt.

Froh ist man, dass es gelungen ist, einen Nahversorger im Zentrum zu halten. Derzeit hat Werfen rund 3000 Einwohner, die Entwicklung der Bevölkerungszahl ist stabil.

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Lieder, die berühren und verzaubern

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Irmgard Wimmer und die "Saligen", das sind vier Musikerinnen aus dem Pongau und Lungau. In ihren Liedern durchstreifen sie Almen und Felsen und unterstützen das Projekt "Rehkitzrettung".

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