Chronik

Eine gute Planung kann Bergunfälle verhindern

Es gibt sommerliche Temperaturen und herrliches Wanderwetter in den kommenden Wochen. Aber es steigt die Zahl der Unfälle in den Bergen.

Beste Nachrichten aus der Salzburger Wetterdienststelle: Ab heute, Mittwoch, kehrt der Sommer zurück. "Über Europa, von Spanien bis zum Baltikum liegt ein großflächiges Hochdruckgebiet. Ab Mittwoch werden die Höchsttemperaturen in Salzburg von 26 bis 28 Grad ansteigen. Auch in der kommenden Woche ist keine Änderung in Sicht", sagt Alexander Ohms von der ZAMG in Salzburg. Nicht so schön hätten es derzeit Urlauber in Süditalien, Griechenland und dem südlichen Kroatien. Dort sei ein Tief als Störenfried unterwegs, der für unbeständiges Wetter mit Gewittern sorge.

Diese herrlichen Wetteraussichten werden auch wieder zahlreiche Wanderer und Bergsteiger in Salzburgs Bergwelt locken. Wobei es im heurigen Sommer in Salzburg bereits zu zahlreichen Unfällen gekommen ist. In Salzburg habe es seit Ende Mai bereits 16 Tote und 196 Verletzte bei Wander- und Kletterunfälle gegeben, berichtete das Kuratorium für Alpine Sicherheit als Momentaufnahme im August. Wochen später stellt sich bei der Salzburger Bergrettung die Statistik noch schlimmer dar: "Derzeit müssten wir schon 19 Tote zählen", sagte Pressesprecherin Maria Riedler. Deutlich angestiegen seien in diesem Jahr auch die Einsätze für die Bergrettungsteams im Land: "2015 hatten wir von Ende Mai bis Ende Oktober rund 200 Einsätze, heuer sind wir schon über dieser Zahl, wobei die jüngsten Einsätze noch gar nicht erfasst sind", sagt Riedler.

Sie hat aktuell einen kurzen Katalog zusammengestellt, an den sich Wanderer orientieren können, um Unfälle zu verhindern: Durch eine richtige Planung und Vorbereitung von Bergtouren kann das Restrisiko auf ein Minimum reduziert werden. Basis der Sicherheit sei dabei die richtige Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und jener der Begleiter. Bergtouren sollten immer auf die Gruppe abgestimmt sein, wobei ungewohnte und lange Belastungen zu vermeiden sind. "Vermeiden Sie Zeitdruck und wählen Sie das richtige Tempo", sagt Riedler. Besonders wichtig sei, auf markierten Wegen zu bleiben. Im weglosen Gelände steige das Risiko für Orientierungslosigkeit, Absturz und Steinschlag.

Die hohe Zahl an Bergunfällen führt man bei der Bergrettung nicht nur auf Selbstüberschätzung des einzelnen Verunglückten zurück, sondern auch auf die heurige Wetterentwicklung. Zu Saisonbeginn habe der viele Regen zahlreiche Wanderrouten in Mitleidenschaft gezogen, hier sei besondere Vorsicht geboten.

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