Chronik

Eine heiße Suppe gegen soziale Kälte

Bereits zum fünften Mal startet die Flachgauer Tafel die Aktion "Suppe mit Sinn"und setzt dabei auf die heimischen Gastronomen.

Eine warme Suppe an einem kalten Novembertag wärmt nicht nur den Körper, sondern tut auch der Seele gut. Dass man mit Suppe-Essen auch anderen Menschen helfen kann, macht die Aktion "Suppe mit Sinn" möglich.

Ein Euro pro verkaufter Suppe wird gespendet

Bereits zum fünften Mal beteiligt sich die Flachgauer Tafel an der österreichweiten Kampagne, die von 1. November bis 28. Februar läuft. Projektleiterin Sandra Wendlinger von der Flachgauer Tafel erklärt das Prinzip: "Gastronomen deklarieren eine Suppe auf der Speisekarte als Suppe mit Sinn. Von jeder verkauften Suppe geht ein Euro an die Tafel." Mit einem Euro unterstützt die Flachgauer Tafel bis zu zehn Armutsbetroffene mit Lebensmitteln, die sonst unnötig vernichtet würden. Den teilnehmenden Betrieben werden Plakate, Tischaufsteller, Flyer und Logos zur Aktion zur Verfügung gestellt. "Wie die Wirte das handhaben, ist ganz individuell. Es können auch andere Gerichte für die Aktion deklariert werden. Auch der Zeitraum ist individuell wählbar. Manche Betriebe steigen zum Beispiel erst im Jänner ein", so Wendlinger. Für sie setzt die "Suppe mit Sinn" jedenfalls ein Zeichen gegen die soziale Kälte.

Etwa 20 bis 25 Gastronomiebetriebe in Stadt und Land Salzburg haben sich in den Vorjahren beteiligt. Sandra Wendlinger hofft heuer auf noch mehr Resonanz: "Es wäre noch viel mehr möglich." Österreichweit konnte Interspar mit seinen mehr als 80 Gastronomiebetrieben als Partner gewonnen werden. In den ersten beiden Dezemberwochen wird in allen Interspar-Restaurants eine "Suppe mit Sinn" angeboten und damit die Tafelorganisationen unterstützt. Bei der Präsentation in Mattsee konnte man sich bei einem Foodtruck eine köstliche Kürbissuppe oder eine kräftige Frittatensuppe schmecken lassen. In Mattsee beteiligen sich auch der Kapitelwirt und der Stiftskeller an der Aktion "Suppe mit Sinn".

2011 wurde die Flachgauer Tafel gegründet

Im Vorjahr erhielt die Flachgauer Tafel etwa 11.000 Euro an Spenden aus dem Suppenverkauf. Diese Summe trägt einen erheblichen Teil zur Deckung der Fixkosten des Vereins bei. Gegründet wurde die Flachgauer Tafel im Jahr 2011. "Wir sammeln überschüssige Lebensmittel und verteilen sie an wirtschaftlich und sozial benachteiligte Menschen", berichtet Obmann-Stellvertreter Raimund Juriga. Mittlerweile betreibt die Tafel drei Ausgabestellen in Eugendorf, Mattsee und Faistenau, die ein bis zwei Mal pro Woche geöffnet haben. "Im Schnitt haben wir etwa 150 Kunden, die in den Läden um einen symbolischen Euro einkaufen können. Insgesamt profitieren rund 1000 Menschen von unserer Arbeit", so Juriga. Die nötige Arbeit leisten 180 Freiwillige, die die nicht mehr verkäuflichen, aber tadellosen Lebensmittel und andere Waren von den Lebensmittelketten, Bäckereien, Drogeriemärkten usw. abholen und verteilen.

Überschüssige Lebensmittel gehen an Bedürftige

"Wir haben bereits 262 Tonnen an Lebensmitteln vor der Vernichtung gerettet", so Juriga, der einen wachsenden Bedarf registriert. "Die Zahlen steigen, denn allein in Salzburg gibt es 58.000 armutsgefährdete Menschen. Wir hätten das Potenzial, noch mehr Menschen zu versorgen, aber es gibt bei vielen noch eine Hemmschwelle, die Hilfe anzunehmen."

Vonseiten des Handels gebe es viel Unterstützung für die Flachgauer Tafel. Wenn in der Tafel selbst Lebensmittel übrig bleiben, gehen diese an andere Sozialmärkte oder Sozialeinrichtungen. Obst und Gemüse werden auch eingekocht oder anderweitig verwertet und an die Kunden weitergegeben. "Vor allem unsere Damen in den Ausgabestellen sind da sehr kreativ, damit nichts verloren geht", berichtet Juriga.

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