Chronik

Eine Million Euro für neue Lärmschutzwände in Salzburg

Das Land verdoppelt die Ausgaben für Lärmschutz ab dem kommenden Jahr und ändert die Förderkriterien auf ein Punktesystem um. Geduld ist dennoch gefragt.

Mit 500.000 Euro waren bisher nur ein bis zwei Lärmschutzwände pro Jahr möglich. 2021 sollen es zumindest vier werden.  SN/fmt-pictures
Mit 500.000 Euro waren bisher nur ein bis zwei Lärmschutzwände pro Jahr möglich. 2021 sollen es zumindest vier werden.

Es gibt viele lärmgeplagte Anrainer entlang der Landesstraßen in Salzburg. Manche von ihnen warten seit Jahren oder Jahrzehnten auf eine Linderung durch eine Lärmschutzwand. Anspruch besteht dann, wenn die Grenzwerte überschritten sind - entlang von Bundes- und Landesstraße sind diese mit 60 Dezibel untertags bzw. 50 in der Nacht festgesetzt.

Bislang war eine halbe Million Euro für aktive Maßnahmen wie den Bau von Lärmschutzwänden im Landesbudget veranschlagt. Doch solche Maßnahmen sind teuer. Gut 70.000 Euro werden für 100 Meter veranschlagt. Mehr als ein bis zwei neuer Lärmschutzwände waren daher schon finanziell gar nicht möglich bislang.

Ab Jänner gibt es mehr Geld, das Budget wird auf eine Million Euro verdoppelt. Das hat Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) am Freitag bekannt gegeben. Damit schaffe man im kommenden Jahr zumindest vier neue Lärmschutzwände. "Wir wollen damit auch die Lebensqualität für die vielen Anrainer an Landesstraßen verbessern", sagt Schnöll. Das Geld soll jetzt auch schneller fließen als bisher, verspricht Schnöll. Bislang waren Anträge für den Bau einer Schutzwand erst nach zehn Jahren Wartefrist möglich. Diese wird jetzt zumindest auf acht Jahre verkürzt. Neu ist, dass jetzt auch privat errichtete Lärmschutzwände förderbar sind, und zwar mit 25 Prozent der Gesamtkosten bzw. maximal 15.000 Euro.

Bislang gab es auf Basis von Lärmmessungen eine Dringlichkeitsreihung beim Abarbeiten der Anträge. Jetzt wird ab nächstem Jahr ein Bonuspunktesystem herangezogen. Punkte gibt es etwa, wenn die Anzahl der betroffenen Anrainer höher ist, oder seit dem Einbringen des Antrages schon sehr viel Zeit verstrichen ist. Neu ist auch, dass die Umsetzung von Lärmschutzprojekten rascher erfolgt, wenn sich eine Gemeinde mit 25 Prozent der Kosten daran beteiligt. Sollte es also aufgrund der Betroffenheit von vielen Anrainern ein besonderes Interesse in der Gemeinde geben, lässt sich ein Antrag durch Zuzahlung beschleunigen.

Neben den aktiven werden auch passive Maßnahmen wie etwa Lärmschutzfenster vom Land gefördert. Dafür gibt es wie bisher rund 300.000 Euro.

Quelle: SN

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