Chronik

Eine Schneefräse zum Sommerbeginn

Der "Eisbändiger" machte sich auf den Weg von Fusch nach Großgmain. Die Schneefräse ist Teil einer Verjüngungskur des Freilichtmuseums.



Es ist der 21. Juni, einen Tag zuvor gab es österreichweit Rekordtemperaturen und auch jetzt ist es im Salzburger Freilichtmuseum noch immer schwül. Ausgerechnet am Tag der Sommersonnenwende liefert die Großglockner Hochalpenstraßen AG (GrohAG) dem Museum eine ihrer Schneefräsen.

Im Sommer werden die Fräsen auf der Hochalpenstraße nicht benötigt, weshalb GrohAG-Generaldirektor Johannes Hörl das Gerät bis zum Herbst entbehren kann. Das fällt ihm nicht leicht, denn die Gefährte sind für die Hochalpenstraße mehr als nur Mittel zum Zweck. "Die Fräsen stehen bei uns sonst zu Werbezwecken am Straßenrand", sagt Hörl.

Hochalpenstraßen-Erbauer Franz Wallack entwickelte die Fräsen vor 60 Jahren für die besonderen Anforderungen der Schneeräumung auf dem Großglockner. 15 Tonnen ist das himmelblau lackierte Gerät schwer, drei Motoren und ein Fahrwerk wie bei einem Panzer bewegen die Fräse fort. Sogar bei der Benennung hat sich Franz Wallack besonders ins Zeug gelegt: "Eisbändiger" heißt die Fräse, die Fahrer Josef Lechner gerade vom Anhänger chauffiert. Lechner ist einer aus dem auserwählten Kreis jener GrohAG-Mitarbeiter, die die Schneefräsen auch bedienen dürfen. Erst nach ein paar Jahren im Betrieb erlaubt man den Mitarbeitern, ins Führerhaus zu steigen. "Du kannst nicht einfach reinsteigen und losfahren", sagt Josef Lechner. "Drei Motoren, drei Getriebe, drei Gaspedale, gelenkt wird mit Hebeln: Das kann nicht jeder bedienen."

Jetzt steht die Fräse vor einem Bauernhaus im Pinzgau-Bereich des Freilichtmuseums. Das dazu passende Mauthaus befindet sich hundert Meter weiter. Das Gebäude ist noch nicht ganz fertig gestellt und war der eigentliche Grund, warum die Schneefräse den Weg von Fusch nach Großgmain gefunden hat, erklärt Harald Waitzbauer vom Freilichtmuseum. "Wir hatten Interesse an dem Mauthaus und die GrohAG hat uns die Schneefräse dazu angeboten."

Bereits 2010 hat das Freilichtmuseum sein Hauptinteresse an landwirtschaftlichen Gebäuden erweitert: Seither fährt eine historische Museumsbahn durch das Gelände. Schneefräse und Mauthaus sind Teil dieser Entwicklung. Bäuerliche Gebäude aller Stile habe man bereits, sagt Harald Waitzbauer. "Wir erweitern unsere Ausstellung nun mit anderen interessanten ländlichen Gebäuden." Zu dem Ensemble aus Fräse und Mauthaus soll sich auch noch eine historische Tankstelle gesellen.

Das Freilichtmuseum verjüngt seine Objekte zudem mit seinen Besuchern: Das Mauthaus stammt etwa aus dem Jahr 1935. "Die Menschen, die sich noch an 100 Jahre alte Bauernhäuser erinnern können sterben langsam aus", sagt Waitzbauer. "Wir brauchen jüngere Objekte, damit unser Publikum weiterhin einen Bezug zum Museum hat.

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