Chronik

Eine Stadt verändert ihr Gesicht

Vor 20 Jahren wurde Bischofshofen zur Stadt ernannt. Bürgermeister Hansjörg Obinger führte zum Jubiläum durch "seine" Stadt.

Besuch bei der Baustelle des neuen Stadthotels, das bereits im Juli 2021 fertiggestellt werden soll.  SN/sw/riedler
Besuch bei der Baustelle des neuen Stadthotels, das bereits im Juli 2021 fertiggestellt werden soll. 

Covid-19-bedingt musste auf eine größere Feier zum Jubiläum verzichtet werden. Dafür lud Bgm. Hansjörg Obinger (SPÖ) persönlich zu einer Stadtführung ein.

Die Führung "startet deshalb bewusst beim Bahnhof, weil die Entwicklungsgeschichte von Bischofshofen hier eigentlich zwei Mal ihren Ausgang fand", betont Obinger beim Rundgang mit den PN und zahlreichen Interessierten. Besucht werden Plätze und Bauwerke, die seit der Stadterhebung errichtet wurden.

Das zuvor kleinbürgerlich-bäuerliche Bischofshofen wurde 1870 als Bahnknotenpunkt erschlossen. "Die Entwicklung lief Schritt für Schritt. Ab 1998 bzw. 2003 mit der Fertigstellung des Bahnhofumbaus und der Ortskernumfahrung." Wesentlich verantwortlich für diese neue Ortsbildgestaltung war Herbert Haselsteiner, der von 1994 bis 1999 Bürgermeister war. Nach ihm wurde auch der zentrale Übergangssteg vom Bahnhof ins Zentrum benannt. Einen Blick hinter die Kulissen und in die Zukunft durften die Teilnehmer der Führung bei einer Baustelle werfen: Auf dem ehemaligen Gelände der Eisenbahnersiedlung entstehen "derzeit 111 Wohnungen, 60 davon zum Mieten und 51 Eigentumswohnungen. Die Kosten belaufen sich auf 28 Mio. Euro", fasst der Bürgermeister zusammen. Eine Zuhörerin erzählt, dass noch ihr Bruder über der Wohnung, wo eine Fliegerbombe gefunden wurde, gewohnt hätte. Im März 2022 werden die Wohnungen fertiggestellt, so der Bürgermeister, der auch stolz davon erzählt, dass sich die Gemeinde dort nun auch finanziell miteingebracht habe. "Wir wollen im Zentrum Leben und keine Spekulationen mit leer stehenden Gebäuden." Bei den neuen Wohnungen entsteht auch der vierte Kindergartenstandort in Bischofshofen.

Der Bau des neuen Stadthotels ist bereits weit fortgeschritten und ein Herzensprojekt des Bürgermeisters: "Wir können damit das Zentrum beleben. Es wird auch eine öffentlich zugängliche Bar dort entstehen und ein ebenso öffentlich zugänglicher Wellnessbereich im achten Stock." Besonders der Standort im Zentrum und die Anbindung an Bahn und Bus, "etwa ins Skigebiet", seien perfekt. Das Hotel wird 93 Zimmer für unterschiedlichste Ansprüche im Low-Budget-Bereich bieten: "Bisher hatten wir zu wenig Übernachtungsbetten." Umso wichtiger sei nun das Hotel für den Wirtschaftsstandort und Austragungsort der Vierschanzentournee, ergänzt Obinger beim ersten Blick in künftige Hotelzimmer. Das achtgeschoßige Hotel - zwei davon unterirdisch -, das von der Firma Spiluttini gebaut wird, soll bereits im Juli 2021 fertiggestellt werden. Die Baukosten betragen 15 Mio. Euro.

Seit der Stadterhebung hat sich im Ort vieles verändert. Zahlreiche kommunale und private Projekte wurden umgesetzt.

Der Bürgermeister lenkt die interessierte Schar durch die neu gestaltete Leitgebstraße weiter durch die verkehrsberuhigte Innenstadt. "Übrigens haben wir den Granit für das Straßenpflaster aus Österreich bezogen und nicht aus China, wo er sehr viel billiger zu haben gewesen wäre", betont er und erzählt von den Besonderheiten der neuen Bauprojekte und Sanierungen im Zentrum. 2007 setzte man die Neuregelung des Verkehrs samt einer Begegnungszone und eine 30-km/h-Zone um. 2015 wurde die Geschwindigkeit auf 20 km/h reduziert: "Als ein weiteres Signal Richtung Belebung der Innenstadt und gleichberechtigtes Miteinander aller Nutzer."

Beim neuen Seniorenheim der nächste Stopp: Mit dem kürzlich eröffneten Zubau bietet die Stadt nun die unterschiedlichsten Betreuungs- und Lebensmöglichkeiten für Senioren. Letzte Station ist die 2016 behutsam renovierte Aussegnungshalle. Der Neubau konnte dem Altbestand ideal angepasst werden.

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