Chronik

Eislaufen am Mozartplatz erstmals auf Plastikeis

Das Thema Eis ist am Dienstag Mittelpunkt einer hitzigen Debatte im Salzburger Altstadtausschuss gewesen. Dabei ging es um eine Kunststoff-Eislauffläche, die im Winter erstmals auf dem Mozartplatz aufgetragen werden soll.

Eislaufen am Mozartplatz erstmals auf Plastikeis SN/Ratzer
Eislaufen wird man am Mozartplatz künftig auf Plastikeis.

In den vergangenen zwölf Saisonen drehten am Mozartplatz die Eisläufer auf herkömmlichem Kunsteis ihre Runden. Die Mehrheit im Altstadtausschuss sprach sich am Dienstag für das kostengünstigere Plastikeis aus.

Mit den Stimmen von SPÖ, Bürgerliste und FPÖ sei die von der Firma Treml vorgelegte "innovative Lösung" beschlossen worden, die ohne Gleitmittel auskomme, informierte die Stadt Salzburg. Treml hat den Zuschlag erhalten, den Eislaufplatz samt Punschstand für die nächsten fünf Saisonen zu betreiben. Nach diesem Winter wird evaluiert, ob sich die 25 mal 18 Meter große, synthetische Eisfläche bewährt hat. Die Polyethylen-Platten eignen sich für normale Schlittschuhe.

Die ÖVP stimmte dagegen. Plastikeis passe nicht in die Traumkulisse der Salzburger Altstadt, außerdem übten Experten massive Kritik an den Kunststoffplatten. "Gerade für Kinder, die nicht die nötige Kraft mitbringen, ist wirkliches Gleiten nur mit extrem scharfen Kufen möglich", kritisierte Klubobmann Christoph Fuchs. "Da möchte ich mir gar nicht ausmalen, was bei einem Sturz passieren kann." Zahlreiche Städte im In- und Ausland seien längst vom Plastikeis abgekommen und setzten wieder auf das herkömmliche Kunsteis, das aus gefrorenem Wasser besteht. Fuchs ärgert auch, dass der Eislaufplatz "um 120 Quadratmeter auf 450 Quadratmeter verkleinert wird".

Der Publikumslauf wurde für den Zeitraum von 10. November bis 10. Jänner festgelegt. Andere Antragsteller wollten den Betrieb auf Ende Februar verlängern. Das lehnte der Altstadtausschuss ab. Ein Altstadtplatz solle keinem Jahrmarkt gleichen, der Platz benötige auch wieder Zeit zum Atmen und Wirken, erläuterte Gemeinderat Gernot Himmelfreundpointner (Bürgerliste).

Aus ökologischer Sicht seien die Vorteile einer Eislauffläche aus Kunststoff enorm. Diese spare nicht nur viel Energie und Wasser, sondern mache im Gegensatz zu einem Kühlaggregat auch keinen Lärm. "Im Vorjahr hatten wir Ende November einen Fönsturm, bei 15 Grad wurde viel Energie hineingepumpt." Wenn die Bevölkerung die Eisfläche annimmt, wird sie weitere vier Jahre zum Einsatz kommen. "Sonst wird wieder auf klassisches Kunsteis zurückgegriffen", so die Bürgerliste.

Der Altstadtausschuss hat auch beschlossen, dass neben dem Eislaufplatz nur mehr ein Punschstand (bisher zwei) aufgebaut wird. Auf Drängen der Bürgerliste werden ausschließlich Mehrweghäferl statt Einwegpappbecher verwendet.

Quelle: SN, Apa

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