Chronik

Entenplage macht Salzburgs Gewässern zu schaffen

Bitte nicht füttern: Wer Enten etwas vermeintlich Gutes tun will, wirft ihnen altes Brot zu - und gefährdet damit die Gesundheit von Tier und Mensch.

Kurz mit dem Sackerl rascheln, schon kommen die Enten angeschwommen. Die Tiere stürzen sich auf das ins Wasser geworfene Brot. Viele Kinder und Erwachsene glauben, dass sie mit den Fütterungen den Enten etwas Gutes tun - vor allem zur kälteren Jahreszeit.

Dabei ist das Gegenteil der Fall. "Brot ist für Enten kein geeignetes Futter", sagt Christophorus Huber, Amtstierarzt der Stadt Salzburg. Die Tiere könnten von der unpassenden Kost Verdauungsstörungen bekommen. Brot könne im Magentrakt der Enten aufquellen. "Biologisch ist das Füttern nicht sinnvoll", sagt Huber. Eigentlich gründeln Enten am Gewässergrund und suchen dort nach Wasserpflanzen und kleinen Tieren.

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Nicht zuletzt wegen des übermäßigen Fütterns gebe es in Salzburg zu viele Enten. "Wir haben mehr Tiere, als so manches Gewässer verträgt. Es ist ein Plafond erreicht", sagt der Tierarzt. Mancherorts würden Seen und Teiche durch den vielen Kot derart belastet, dass sie aus dem ökologischen Gleichgewicht geraten. Zudem können sich über die Exkremente Parasiten und Krankheiten übertragen. "Der Entenwurm etwa sorgt beim Menschen für einen schmerzhaften Hautausschlag", sagt Huber.

Schilder weisen an unzähligen Salzburger Gewässern darauf hin, dass das Füttern von Enten verboten ist. Viele Menschen lassen sich davon dennoch nicht abhalten. Wer den Wassertieren Essensreste zuwirft, gibt auch Schädlingen Nahrung. "Die Enten fressen meist nicht das ganze Brot. Was übrig bleibt, ist ein gefundenes Fressen für Ratten", sagt der Amtstierarzt. Die Nager seien in Salzburg wieder vermehrt anzutreffen.

Doch was tun gegen die Überpopulation an Enten? Die Wassertiere fallen unter das jagbare Wild. "Wir versuchen den Bestand so gut es geht zu regulieren", sagt Bezirksjägermeister Balthasar Bernegger. Im Wohngebiet sei dies freilich unmöglich. In weniger besiedelten Gegenden würde mehrmals pro Jahr würde Jagd auf Enten gemacht. "Wir sind bestrebt keinen Überbestand in den Revieren zu haben."

Amtstierarzt Christophorus Huber appelliert an die Vernunft der Menschen: "Die Leute müssen akzeptieren, dass Wildtiere sterben. Schwache Tiere packen die Wintermonate eben nicht."

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