Chronik

Er hat viel gewagt und gewonnen

Rupert Eibl verwandelte die einstige Eisenwerk-Kantine in Tenneck in ein hochwertiges Gasthaus. Dafür erhielt der bodenständige Koch aus dem Tennengau nun von Gault & Millau eine Haube.

Rupert Eibl ist in seiner Tennecker Küche in seinem Element. Spitzbübisch lächelt der Haubenkoch beim Befüllen der Gläser mit einem Himbeer-Ragout in die Kamera.  SN/sw/tennengauer fotostudio
Rupert Eibl ist in seiner Tennecker Küche in seinem Element. Spitzbübisch lächelt der Haubenkoch beim Befüllen der Gläser mit einem Himbeer-Ragout in die Kamera.

Das Gasthaus-Sterben machte auch vor Tenneck nicht halt. Das einst gut besuchte "Hochkogel" sperrte nach einem kostspieligen Umbau schlussendlich zu. Just in dieser schwierigen Zeit wagte der Koch Rupert Eibl den Schritt in den Pongau. Der Gaißauer übernahm im Jahr 2015 die damalige Kantine des Eisenwerks und krempelte es als neuer Geschäftsführer grundlegend um.

Er machte aus der wenig einladenden Gstättn, in die sich immer weniger Menschen verirrten, ein modernes Gasthaus. Ein einladendes Design mit viel Holz und warmen Farben in der Stube kombinierte er mit hochwertiger heimischer Kost. "Es war eine Herausforderung, nach Tenneck zu gehen, aber ich habe es nicht bereut", sagt er.

Vor Kurzem wurden die Bemühungen des 29-Jährigen und seines Teams, das aus zwei weiteren Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeitern besteht, auch von den Fachkritikern von Gault & Millau belohnt. Rupert Eibl erhielt nämlich eine Haube für seine Kochkünste. "An diesem Tag haben wir wohl alles richtig gemacht. Da war auch Glück dabei", sagt er bescheiden.

Es sei aber nach wie vor schwierig, am Abend Gäste in sein Wirtshaus zu locken. Daher gilt die Aufmerksamkeit von Rupert Eibl und seinem Team vor allem dem Mittagstisch. "Wir versorgen nicht nur bis zu 100 Mitarbeiter im Eisenwerk, sondern bringen das Mittagessen unter anderem auch zu Honigmayr und zum Kiesunternehmen Ehrensberger."

Weitere Standbeine sind das Catering, Hochzeiten und Veranstaltungen im Festsaal neben dem Gasthaus. Eibl entpuppt sich dabei als wahrer Tausendsassa, wenn zum Beispiel die Kultband "Querschläger" in Tenneck Station macht. "Da rufe ich einfach den Fritz Messner an und dann machen wir uns das aus", sagt der 29-Jährige.

In Zukunft will er sich noch mehr auf das Catering und die Veranstaltungen im Tennecker Festsaal konzentrieren. "Eine Haube zu bekommen, ist zwar nett, aber es ist umso schwieriger, das Niveau auch zu halten."

Mittlerweile hat der Koch noch ein zweites Standbein. Anfang dieses Jahres übernahm er ein Lokal in Golling. Den Tenneckern wird er aber weiterhin treu bleiben. "Ich mag die Leute hier. Sie sind direkt und ehrlich. Das weiß ich zu schätzen."

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