Chronik

Erdkabelkämpfer demonstrierten in Adnet Entschlossenheit

Die Niederlage vor dem Bundesverwaltungsgericht hat die Gegner der geplanten 380-kV-Freileitung nicht verunsichert. Sie hoffen auf das Verfassungsgericht und setzen auf Aktionismus.

Von der APG vorgelegte Dienstbarkeitsverträge und ähnliche Schreiben wurden am vergangenen Freitagabend von Freileitungsgegnern in Adnet öffentlich verbrannt.  SN/sw/ig erdkabel
Von der APG vorgelegte Dienstbarkeitsverträge und ähnliche Schreiben wurden am vergangenen Freitagabend von Freileitungsgegnern in Adnet öffentlich verbrannt.

Es waren nicht nur die lodernden Flammen der öffentlichkeitswirksam angezündeten APG-Schreiben, die die Stimmung unter den versammelten Freileitungsgegnern am vergangenen Freitagabend in Adnet aufheizte.

"Der Projektbetreiber kann nicht ständig behaupten, er fängt im Herbst an zu bauen. Uns wurde eine Revision explizit zugestanden. Die werden wir einlegen. Dazu haben wir aufschiebende Wirkung beantragt", sagt der langjährige Erdkabelkämpfer Franz Köck aus Adnet. Der Anwalt der Freileitungsgegner, Wolfgang List, rät den Grundbesitzern, keine Dienstbarkeitsverträge zu unterzeichnen.

Die APG verweist einmal mehr darauf, für einen Großteil der nötigen Leitungskilometer bereits privatrechtliche Einigungen erzielt zu haben. Freileitungsgegner Köck betont, dass diese Rechnung nur aufgehe, weil sich die APG mit dem weitaus größten Grundeigentümer Bundesforste einig sei. "Von den kleinen Waldbesitzern hat zumindest in Adnet höchstens einer unterschrieben. In Bad Vigaun, Kuchl und Golling ist es genauso", sagt Köck.

Die Erdkabelkämpfer setzen neben der Revision beim Verwaltungsgerichtshof auf eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof. Hier hoffen sie, mit dem Verweis auf eine mögliche Unzuständigkeit der Salzburger Behörden sowie auf die angebliche Befangenheit mehrerer Sachverständiger und die aus ihrer Sicht unrichtige Berechnung der Rodungsflächen die Freileitung noch verhindern zu können.

Bei der APG gibt man sich nicht weniger entschlossen.

"Dass die Revision zugelassen wurde, heißt nicht, dass nicht alle Themen im Verfahren behandelt wurden. Das Bundesverwaltungsgericht hat das umfassend behandelt und ist zum Erkenntnis gekommen, dass alles rechtens ist. Wir sind deshalb zuversichtlich", sagt APG-Projektleiter Wolfgang Hafner. IG-Erdkabel-Präsident Theodor Seebacher hat unterdessen eine 63 Punkte umfassende Liste von Nachteilen der Freileitung vorgelegt - von der Verschandelung der Landschaft bis zu möglichem Terrorismus: "Siehe Mastensprengungen in Südtirol."

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