Chronik

Erste infizierte Senioren beziehen neues Quarantänequartier

Am Montag sollen erste coronainfizierte Bewohner aus Seniorenheimen in das neue Quarantänequartier übersiedeln.

Werner Fischl, GF der Privatklinik Wehrle-Diakonissen (l.) und LH-Stv. Christian Stöckl (r.).<br> SN/land salzburg
Werner Fischl, GF der Privatklinik Wehrle-Diakonissen (l.) und LH-Stv. Christian Stöckl (r.).

Das derzeit leer stehende Gebäude der Privatklinik Wehrle-Diakonissen im Salzburger Andräviertel bietet in dem neu geschaffenen Quarantänebereich Platz für 22 Personen und soll Seniorenheime wie Spitäler entlasten. "Wir rechnen damit, dass in der ersten Woche die ersten zwölf Plätze belegt sein werden und dann täglich zwei bis drei Neuaufnahmen stattfinden werden", sagt Christoph Baumgärtner, Amtsleiter der städtischen Seniorenheime. Sie sind für die pflegefachliche Leitung des Quarantänebetriebs zuständig, betrieben wird die Einrichtung vom Roten Kreuz. "Wir freuen uns, dass wir mit dieser Zwischennutzung des Traktes Lasserstraße in der Stadt Salzburg mithelfen und einen Beitrag leisten können", sagt Werner Fischl, der Geschäftsführer der Privatklinik Wehrle-Diakonissen.

"Das Gebäude ist sowohl mit der nötigen Infrastruktur als auch dem Personal ausgestattet, um jene Covid-19-erkrankten Bewohner von Seniorenwohnhäusern zu versorgen, die aufgrund des milden Krankheitsverlaufs nicht ins Spital müssen", erklärt Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stv. Christian Stöckl (ÖVP). Die Rekrutierung des Personals - es handelt sich um 15 Pflegekräfte - sei ein Kraftakt gewesen, weil gerade jetzt jede Einrichtung ihr Personal selbst benötige. Gemeinsam mit den großen Trägern Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie, Hilfswerk und den SALK sei es aber gelungen - drei bis vier Pflegekräfte wurden über Leasingfirmen gefunden. "Wir sehen, dass in Salzburg alle an einem Strang ziehen", ergänzt Sozialreferent Heinrich Schellhorn (Grüne).

Mit Stand vom Sonntag gab es 156 coronainfizierte Bewohner in 24 betroffenen Salzburger Seniorenheimen. In den Spitälern seien zuletzt nur etwa drei bis vier nicht spitalspflichtige mit Corona infizierte Bewohner von Seniorenheimen gelegen, sagt Stöckl. "In den letzten Wochen haben wir streng auf die Kapazitäten in den Krankenhäusern geachtet und etwa am Standort Mittersill eine Ebene für solche Fälle frei gemacht", betont der Gesundheitsreferent.

Wochenende brachte 1108 Neuinfektionen

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten stieg in Salzburg am Sonntag um 496 an. Am Samstag waren 612 Fälle dazugekommen. Zudem wurden am Samstag 16 Todesfälle gemeldet, am Sonntag ein weiterer. 227 Erkrankte sind im Spital, 23 von ihnen auf der Intensivstation. Seit Beginn der Pandemie sind in Salzburg 117 Infizierte verstorben. Bei 17.713 Menschen wurde das Virus nachgewiesen. Am Sonntag waren 6560 Menschen aktiv infiziert. Weil 18 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden, musste die Akut-Geriatrie im Krankenhaus Mittersill voraussichtlich bis 8. Dezember geschlossen werden.

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