Chronik

Erste Pflege-FH für Innergebirg

Dass es in Zukunft mehr ältere Menschen gibt, die auf Pflege angewiesen sind, steht fest. Dazu braucht es auch neue Ausbildungsangebote.

Schon jetzt herrscht in Salzburg allgemein ein Engpass beim Pflegepersonal, auch wenn das den Pongau noch nicht so trifft: "Doch wir rechnen damit, dass die kommende Pensionswelle das in den nächsten Jahren verschärft", sagt die Pflegedirektorin des Klinikums Schwarzach, Ines Hartmann. In Schwarzach fehle es derzeit nicht an Ausbildungsplätzen. "Die Interessenten müssen aber auch geeignet sein", und es werde auch nicht jeder Bewerber automatisch genommen. "Die Statistik sagt uns außerdem, dass die meisten Absolventinnen nur etwa drei bis vier Jahre arbeiten, bis sie Kinder bekommen."

Prekär werde die Situation in Schwarzach in den nächsten zehn Jahren, wo besonders bei der Pflegeassistenz gut 200 Personen in den Ruhestand gehen werden. "Es wird wichtig sein, dass wir dafür genügend Ausbildungs- und Studienplätze haben. Der regionale Bedarf kann nur durch eine wohnortnahe Ausbildung gesichert werden", betont der Geschäftsführer des Klinikums Schwarzach, Ludwig Gold.

Schon bisher wurden in Schwarzach 220 Pflegekräfte gleichzeitig ausgebildet. Nun entsteht auch eine Pflege-Fachhochschule, für die in Zusammenarbeit mit der FH Urstein ein Curriculum ausgearbeitet wurde. "Wir haben ein attraktives Curriculum für ein sechssemestriges Bachelorstudium mit viel Praxisbezug erstellt."

An diesen Plänen wurde laut Gold seit sechs Monaten gearbeitet, im nächsten Jahr sollen die ersten Studierenden in Schwarzach ihre Plätze finden. "Dazu wollen wir auch eine Studienberechtigungsprüfung anbieten, da ja viele ohne Matura sind." Man wolle für Schwarzach Plätze für etwa 120 Studierende pro Jahr anbieten. Zusätzlich sollen rund 80 Pflegefachassistenten sowie 20 Pflegeassistenten ausgebildet werden.

Die neuen strukturellen Änderungen in der Organisation der Berufsgruppe Pflege wurden vor allem durch das neue, im Herbst vergangenen Jahres in Kraft getretene Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) verursacht: Statt der bisherigen zwei Berufsgruppen, diplomiertes Personal und Pflegehelfer, gibt es nun drei Gruppen: Personal mit Bachelor bzw. Diplomausbildung, Pflegefachassistenz und Pflegeassistenz.

Bauprojekt startet noch heuer

Auch baulich werden mit der Errichtung des "Pflege-Campus" die Weichen in Schwarzach in Richtung Zukunft gestellt. Investitionskosten für das fünfstöckige Gebäude mit einer geplanten Gesamtnutzungsfläche von 5000 qm: 15,3 Millionen Euro. Vorgesehen ist, dass noch heuer im August oder September mit dem Bau begonnen werden soll. Der "Pflege-Campus" wird von Heimat Österreich errichtet und vorfinanziert. Umfassen soll er ein Studentenwohnheim mit 120 Betten, Hörsäle, Seminarräume plus Tiefgarage. Das Land werde voraussichtlich 3,7 Millionen Euro beisteuern. Die Fertigstellung soll bereits im Herbst nächsten Jahres sein. Zum Teil zwei des Projekts gehört auch der Neubau des Rotkreuz-Stützpunktes in Schwarzach. Der dritte Teil soll geförderte Wohnungen für Klinikum Mitarbeiter samt ihren Familien anbieten. "Wir haben auch eine große Nachfrage von Medizinstudenten, die in Schwarzach ihr klinisch-praktische Jahr (KPJ) absolvieren wollen", so Gold und betont, dass Schwarzach damit ein wichtiger Ausbilder für das Bundesland sei.

"Die Gemeinde Schwarzach unterstützt dieses geplante Projekt intensiv, damit die Zeitvorgaben erfüllt werden", sagt Bürgermeister Andreas Haitzer (SPÖ), "wir haben in der Gemeinde bereits die nötige Vorarbeit geleistet und es gab bereits Gemeindesitzungen bezüglich des neuen Flächenwidmungsplans." An den Kosten des geplanten Neubaus des Rotkreuz-Zentrums beteiligen sich die fünf Gemeinden Schwarzach, St. Veit, Goldegg, Dienten und Lend zur Hälfte gemeinsam mit dem Roten Kreuz. Dieser Neubau soll ebenso im Bereich des Campus-Geländes entstehen.

Die bestehende alte Rotkreuz-Stelle entspricht mit zu kleinen Garagen und zu wenig Platz schon länger nicht mehr den Anforderungen. Für die neue Rotkreuz-Zentrale ist eine Investition von 1,4 Millionen Euro vorgesehen, sie wird dazu Notarztwagen samt sieben Garagen und zehn Nächtigungszimmer für den Notarzt, die Fahrer, die Zivildiener und die Freiwilligen beinhalten.

Aufgerufen am 24.05.2018 um 02:29 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/erste-pflege-fh-fuer-innergebirg-28018924

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