Chronik

Erste Salzburger Bienenpädagogen ausgebildet: In diesem Unterricht summt es unaufhörlich

Roman Metschina ist einer der ersten Bienenpädagogen in Salzburg. Die Faszination für Insekten begleitet den IT-Experten seit Langem.

Roman Metschina, gebürtiger Kärntner und seit Jahren in Salzburg zu Hause, strahlt, wenn er aus seiner Kindheit erzählt. Davon, wie er in Dosen Insekten aller Art gesammelt hat, von der Spinne bis zur Ameise. Die meisten seien leider tot gewesen, meint er heute entschuldigend. Bei seiner Mutter habe sich die Begeisterung darüber, dass ihr Sohn mit allerhand Getier in seinem Kinderzimmer zusammenlebte - egal ob tot oder lebendig -, in Grenzen gehalten.

Auch 30 Jahre später ist die Faszination für die kleinen Tierchen nicht gewichen. Metschina - im Brotberuf IT-Experte bei Red Bull - hat vor sechs Jahren die Ausbildung zum Imker gemacht. Fünf Bienenstöcke betreut er zusammen mit Kollegen im Grünbereich seiner Arbeitsstelle. Doch das ist ihm nicht genug. Er möchte sein Wissen über die Bienen, ihre Bedeutung als Botschafterinnen für eine nachhaltige Welt an andere weitergeben. "Und da ich gut mit Kindern kann, ist die Aufgabe als Bienenpädagoge für mich ideal."

In den vergangenen eineinhalb Jahren erwarben er und neun weitere Teilnehmer in 120 Stunden Theorie- und Praxisausbildung ihr Wissen zum Thema Bienenpädagogik. Ausgerichtet wurde der Kurs vom österreichischen sowie vom deutschen Erwerbsimkerbund. Die Aufgabe der Absolventen sei es künftig, die Bedeutung von Insekten und von natürlichen Kreisläufen spielerisch zu vermitteln, erklärt Daniel Pfeifenberger, Vorsitzender des Vereins Bienenlieb in der Salzburger Membergerstraße. Die Honigbiene fungiere dabei als Türöffnerin. "Die ist einfach sehr positiv besetzt."

Sein Wissen wird Roman Metschina künftig in Workshops an die Kinder weitergeben. "Ich möchte ihnen vermitteln, wie nützlich und wertvoll die Biene für unsere Welt ist und dass Bienen eine Welt brauchen, in der wir fair mit ihnen zusammenleben." In den Workshops sollen Kinder eine sinnliche Erfahrung mit der Natur machen und so ein Grundstein für nachhaltige Entscheidungen im späteren Erwachsenenleben gelegt werden. "Es geht nicht nur darum, ihnen eine Stunde lang davon zu erzählen. Wenn sie hautnah damit in Kontakt kommen, eine Biene streicheln oder einen Bienenstock inspizieren, dann ist das wie ein Brückenschlag zwischen Kindern, Jugendlichen und den Bienen."

Seine kleine Tochter hat Metschina von der Bedeutung der Biene bereits überzeugt. "Sie liebt Biene Maja und das Lied von Karel Gott. Und wenn ich in die Arbeit gehe, dann sagt sie ganz selbstverständlich: ,Biene'."

SN-Info: Kommenden Sonntag absolvieren die Bienenpädagogen die Abschlussprüfung. Zudem gibt es ein Muttertagsprogramm: Während die Mütter am Bienenhof bei Livemusik und kulinarischen Köstlichkeiten entspannen, tauchen die Kinder in einem kostenlosen Workshop in die Welt der Bienen ein. Voranmeldung unter www.bienenlieb.at/anmeldung. Der nächste Bienenpädagogik-Kurs startet im Jänner 2023. Anmeldung unter www.imker.ag.

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