Chronik

Erster bestätigter Corona-Fall in Salzburg: 36-Jährige bleibt in häuslicher Quarantäne

Die Frau aus Fusch hat sich bei einem Aufenthalt in Turin angesteckt und am Donnerstag Symptome entwickelt. Sie befindet sich wie drei weitere Familienmitglieder in Quarantäne zuhause.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch in Salzburg nach etlichen Coronavirus-Verdachtsfällen der erste bestätigte Fall auftaucht. Das Land Salzburg hat am Samstagnachmittag berichtet, dass eine Person positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden sei. Die Details wurden in einer eiligst einberufenen Pressekonferenz um 16.15 Uhr bekannt gegeben.
Wie Landeshauptmann Wilfried Haslauer berichtet, handle es sich um eine Frau in Fusch an der Glocknerstraße. Die Frau stamme aus Wien, wohne aber in einer Lebensgemeinschaft in der kleinen Pinzgauer Gemeinde. "Der Fall ist gut abgrenzbar. Der Erkrankungsfall kommt nicht aus einem Tourismusbetrieb. Die Frau wohnt in einem Einfamilienhaus." Es sei eine Situation, die man ernst nehme, aber nicht dramatisieren wolle, sagt Haslauer. Zur Vorsicht habe man den Landeseinsatzstab als Teilstab anlaufen lassen. "Wir sind auf die Situation gut vorbereitet", sagt der Landeshauptmann.

Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz sagt, es handle sich in dem konkreten Erkrankungsfall um eine 36-jährige Wienerin, die vergangenes Wochenende in Turin verbracht habe. "Die Frau war dann bis Mittwoch in Wien, hat sich dann mit dem Zug nach Salzburg begeben und im Laufe des Donnerstag Symptome entwickelt." Die 36-Jährige habe dann keine Kontakte mehr gehabt, sondern ärztliche Hilfe per Telefon in Anspruch genommen. Konkret hat sie ihren Hausarzt angerufen. Eine Ärztin des Tauernklinikum sei zu der Frau nach Hause gefahren und habe einen Abstrich gemacht. Dieser sei nun am Samstag positiv ausgefallen. "Den Kreis der Kontaktpersonen konnten wir sehr klein halten. In Wien gibt es keine Kontaktpersonen, die gefährdet sind. Im Pinzgau haben wir drei Personen im familiären Bereich."

Patientin bleibt in häuslicher Quarantäne

Die Patientin habe Symptome wie bei einem grippalen Infekt. "Es ist eine sehr junge Patientin. Man kann davon ausgehen, dass sie das in häuslicher Quarantäne gut durchstehen wird", sagt Juhasz. Die anderen drei Familienmitglieder seien allesamt symptomlos. "Eigentlich muss man sagen, dass dieser Fall ideal abgelaufen ist. Von dieser Patientin geht auch keine Gefahr aus", sagt Juhasz.

Für die örtliche Bevölkerung gelte dasselbe wie für den Rest der Bevölkerung, man müsse wie in Grippezeiten auch besonders gut auf Händehygiene achten, sagt Juhasz. "Aber es sind darüber hinaus keine gesonderte Vorgaben zu machen." Landeshauptmann Haslauer sagt, die Versorgung der Familie - etwa mit Lebensmittel - sei durch den Fuscher Bürgermeister sichergestellt.

Wie Gesundheitsreferent LH-Stv. Christian Stöckl berichtet, habe es am Samstag im Uniklinikum 17 Tests auf das Coronavirus gegeben. 16 seien negativ ausgefallen, ein Test positiv. Fünf Testergebnisse seien noch offen, drei weitere Tests seien angemeldet.

Eduard Mainoni, italienischer Honorarkonsul in Salzburg, wurde am Samstag von der italienischen Botschaft gebeten, nähere Details zu dem Fall in Salzburg einzuholen. "Für Italien ist es wichtig, zu wissen, ob und wo genau die Frau in Italien mit dem Virus infiziert worden ist, um zu sehen, ob es neue Krisengebiete der Erkrankung gibt. Die Landessanitätsdirektion hat mir zugesagt, dass sie die 36-Jährige noch genauer dazu befragen wird, wo genau in Turin sie war und wie lange. Ich habe die italienische Botschaft bereits informiert, diese meldet die Details nach Rom", sagt Mainoni.

Aufgerufen am 04.12.2020 um 06:34 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/erster-bestaetigter-corona-fall-in-salzburg-36-jaehrige-bleibt-in-haeuslicher-quarantaene-84182182

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