Chronik

Erzdiözese Salzburg feiert "offene Fenster in die Weltkirche"

Ihre "offenen Fenster in die Weltkirche" hat die Erzdiözese Salzburg am ersten Tag ihres "Zukunftsfestes" anlässlich des Jubiläums "50 Jahre weltkirchliche Diözesanpartnerschaften" gefeiert.

Erzbischof Franz Lackner. SN/stefanie schenker
Erzbischof Franz Lackner.

Beim Festakt am Freitagabend im Bildungszentrum Borromäum begrüßte Erzbischof Franz Lackner dazu Bischöfe und Delegationen aus den drei Partnerdiözesen Daegu (Südkorea), San Ignacio de Velasco (Bolivien) und Bokungu-Ikela (Demokratische Republik Kongo). "So wie kein Christ alleine glaubt, so kann auch keine Kirche für sich allein sein", betonte Kurienerzbischof Giovanni Pietro Dal Toso, Präsident der Päpstlichen Missionswerke in Rom, in seiner Festrede.

Aus den Partnerdiözesen im "Süden" waren Weihbischof Johannes Bosco Chang Shin-Ho aus Daegu, Bischof Robert Herman Flock aus San Ignacio de Velasco und Bischof Emery Kibal Nkufi Mansong'loo, Apostolischer Administrator von Bokungu-Ikela angereist. Sie dankten In ihren Grußworten für die Diözesanpartnerschaft. Mansong'loo wandte sich an die Vertreter der Erzdiözese Salzburg mit den Worten: "Sie waren bei uns in guten und in schlechten Zeiten." Weitere hochrangige Gäste waren u.a. Militärbischof Werner Freistetter, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für Weltkirche und Mission zuständig ist, sowie der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ("missio") in Österreich, P. Karl Wallner.

"In der katholischen Kirche seien "Orts- und Universalkirche essenziell miteinander verbunden", unterstrich Erzbischof Dal Toso in seiner Festrede. Die Tatsache, dass verschiedene Völker, Kulturen und Stände eine kirchliche Einheit bilden, "sollte die Welt aufhorchen lassen: Wir können auch im Frieden und im gegenseitigen Verständnis miteinander leben - es gibt diese Möglichkeit, die uns Christus erschlossen hat."

Alle Christen müssen "Missionare" sein

Der Präsident der Päpstlichen Missionswerke verwies auf die missionarischen Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils, die mit dem Pontifikat von Papst Franziskus nun . eine besondere Intensität erreichten: Im Apostolischen Schreiben "Evangelii Gaudium" habe der Papst das missionarische Handeln als das Paradigma für alles Wirken der Kirche vorgestellt. Es gelte die "Pastoral der Aufrechterhaltung des Alten" zu verlassen, "um zu einer missionarischen Pastoral aufzubrechen", appellierte Dal Toso. Das bedeutet einerseits, den Blick auf die Weltkirche zu erweitern, die sich in Afrika, Asien und Lateinamerika im Wachsen befinde. "Andererseits müssen wir auch das Engagement bei uns erneuern", so der Erzbischof.

In jüngster Zeit gebe es in Europa und Nordamerika ein immer stärkeres Bewusstsein, dass die dortigen "alten Kirchen" einen missionarischen Bewusstseinswandel brauchen, der sich an jeden Einzelnen richte: "Alle Christen müssen im wörtlichen Sinne ,Missionare' sein." Dal Toso verwies in diesem Zusammenhang auf den vom Papst angekündigten außerordentlichen Monat der Weltmission im Oktober 2019. Dessen Thema laute gemäß dem Geist des Konzils: "Getauft und gesandt: Die Kirche Christi auf Mission in der Welt." Damit sollen alle Getauften erreicht werden, unterstrich Dal Toso: "Den Glauben verkündigen heißt den Glauben mehren, auch in uns."

"Über eigene Grenzen hinausschauen"

Für Erzbischof Lackner ist es ein genuiner Teil des Zukunftsprozesses in der Erzdiözese, "dass wir lernen, über unsere eigenen Grenzen hinauszuschauen". Die drei Partnerdiözesen öffneten den Horizont für die Universalkirche. Dieses weltkirchliche Bewusstsein gelte es zu vertiefen.

Die Initialzündung zu den Diözesanpartnerschaften erfolgte bei der Diözesansynode 1968, bei der auf ortskirchlicher Ebene die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils umgesetzt werden sollten. In Salzburg fand damals die erste Diözesansynode im deutschsprachigen Raum nach dem Konzil statt. Seither gab es vielfältige Anknüpfungspunkte - in den vergangenen Jahren vor allem Jugendbegegnungen zwischen Salzburg und Daegu, Brückenschläge in den Bereichen Musik und Schule oder Priester aus Südkorea und der Demokratischen Republik Kongo, die in Salzburg studieren.

Unter dem Titel "Zukunftsprozess 2018" unterzog sich die Erzdiözese Salzburg in den vergangenen zwei Jahren einer Standortbestimmung und Neuorientierung. Gefeiert wird an vier Tagen außerdem das 1300-Jahr-Jubiläum der Landesheiligen Rupert und Erentrudis. Am Samstag beginnt das Zukunftsfest in der Salzburger Altstadt mit einer Eröffnungsliturgie in der Kollegienkirche. Danach gibt es ein buntes Programm für Groß und Klein: Ausstellung von Zukunftsprojekten in der Kollegienkirche, Mitmachstationen im Furtwänglerpark, offene Tür im Bischofshaus und bei der Katholischen Aktion und vieles mehr.

Am Sonntag, 23. September, lautet das Motto "Zukunft goes Pfarre": Delegationen aus den Partnerdiözesen Daegu, San Ignacio de Velasco und Bokungu-Ikela besuchen die Pfarren Golling, Strobl und Wörgl. Am Montag, 24. September, steht der Festgottesdienst zu 1.300 Jahre Rupert und Erentrudis im Salzburger Dom auf dem Programm, an der ebenfalls die Partnerbischöfen teilnehmen.

(Programminfo: www.kirchen.net)

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