Chronik

Es braucht Geld für die Orgel

Die Mechanik klappert, Tasten bleiben hängen, das Stimmen ist an manchen Stellen lebensgefährlich - Saalfeldens Stadtpfarrkirche benötigt ein neues Instrument. Ein Orgelkomitee packt dafür an.

Den Organisten trifft's am meisten. Markus Bergleitner, er spielt seit ca. 20 Jahren die "Königin der Instrumente", kennt viele Orgeln der Region. Klanglich seien zwischen modernen Exemplaren und jener in Saalfelden Welten dazwischen - "ich habe sehr viel Klappern und wenig Ton im Ohr".

Rückblick: Seit der der Barockzeit ist eine Orgel in der Pfarrkirche Saalfelden dokumentiert. Diese wurde beim Marktbrand von 1811 vollständig zerstört. Nach dem Umbau der Kirche 1859/60 errichtete der bekannte Orgelbauer Johann Nepomuk Carl Mauracher ein neues Instrument. Dieses musste aufgrund verschiedener Unzulänglichkeiten (vor allem bei der Mechanik) immer wieder repariert und umgebaut werden. Auch die Umbauten in der Kirche, vor allem in den 1960er-Jahren, setzten der Orgel zu. "Eine Renovierung 1996 konnte zwar eine völlige Unspielbarkeit verhindern, die Arbeiten von damals waren jedoch nicht nachhaltig", sagt Pastoralassistent Herbert Berndl.

Die Orgelkommission der Erzdiözese Salzburg habe von einer weiteren Investition abgeraten, so seien erste Gedanken an einen Neubau aufgekommen. Berndl: "Eine Hürde konnten wir nach einer Begehung zusammen mit dem Bundesdenkmalamt im Frühjahr 2017 aus dem Weg räumen. Es wurde - entgegen früheren Einschätzungen - festgestellt, dass der Gesamtzustand so schlecht sei, sodass die Orgel mit Ausnahme des Gehäuses aus dem Denkmalschutz entlassen wurde."

Insgesamt sechs Angebote von renommierten Firmen wurden gelegt und einer genauen Prüfung unterzogen. Sowohl der Klang als auch der handwerkliche Aspekt hätten bei der Firma Trefz in Kernen bei Stuttgart überzeugt. Die neue Orgel wird voraussichtlich 29 Register auf zwei Manualen und Pedal umfassen und wird in das bisherige neoromanische Gehäuse eingebaut. Für den Klang sorgen künftig rund 1400 Pfeifen - statt knapp über tausend.

Das Offert des Orgelbauers liegt bei 473.000 Euro. Mit notwendigen Begleitarbeiten wird etwa eine halbe Million Euro fällig. "Eine Investition für viele Generationen", sagt Bergleitner. Er plant derzeit mit einem im Herbst gegründeten zehnköpfigen Saalfeldener Orgelkomitee diverse Aktionen, um Geld aufzutreiben.

Für die Finanzierung gebe es eine Unterstützungszusage seitens der Stadtgemeinde; zudem könne die Pfarre auf Eigenmittel zurückgreifen. Trotzdem bleibe ein großer Brocken, der mit Spenden und Sponsorbeiträgen abgedeckt werden soll. Möglichkeiten bieten etwa die Übernahme von Orgelpfeifen-Patenschaften (je nach Größe zwischen 20 und 500 Euro pro Stück) oder Spenden bei Benefizveranstaltungen. Erste Gelegenheit dazu gibt es beim Passionssingen des Saalachtaler Volksliedchores am Samstag, 6. April, um 19 Uhr in der Pfarrkirche Saalfelden.

Im Herbst 2020 wird die Firma Trefz mit dem Bau beginnen. Ein Jahr später soll die "Königin" imposanter ertönen denn je.

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