Chronik

"Es geht wieder aufwärts. Die Zukunft zeigt Wachstum."

Bei Liebherr in Bischofshofen wurde die Kurzarbeit nur bis Ende April genutzt. Für das kommende Jahr rechnet man mit einem weiteren Wachstumspotenzial. In den nächsten Jahren wird neu gebaut.

Geschäftsführer Manfred Santner vor dem erfolgreichen Produkt Radlader. SN/sw/liebherr
Geschäftsführer Manfred Santner vor dem erfolgreichen Produkt Radlader.

Positiv gestimmt zeigt sich Manfred Santner, der Geschäftsführer und kaufmännische Leiter des Liebherr-Werkes in Bischofshofen, beim Besuch der Pongauer Nachrichten:

"Der Radlader-Markt ist zwar weltweit um 20 bis 25 Prozent geschrumpft. Aber wir haben im Vergleich zum vergangenen Rekordjahr nur ein Umsatzminus von sechs Prozent hinnehmen müssen." Für die nahe Zukunft rechnet Santner sogar mit einer baldigen wirtschaftlichen Erholung: "Wir sind am Boden angekommen und es geht aufwärts. Die Zukunft zeigt ein Wachstumspotenzial für 2022 an."

2019 schrieb Liebherr - bereits im fünften Jahr - einen neuerlichen Umsatzrekord: Das Paradeunternehmen erzielte einen Umsatz von 711 Millionen Euro (2018 657 Mio. und 2017 538 Mio.).

Am Liebherr-Standort in Bischofshofen entstand vor zwei Jahren das neue Parkhaus. "Wir konnten so einen Hektar Fläche für den Produktionsbedarf gewinnen."

Für eine weitere räumliche Erweiterung am Standort sei man an die räumlichen Grenzen gekommen, so Santner. "Daher wollen wir die Kapazität effizienter nützen. Noch heuer soll in Bischofshofen mit dem Bau eines neuen Logistikzentrums gestartet werden: "Damit gewinnen wir zwei Hektar neue Lagerfläche." Die Investitionen für den Standort betragen 25 Mio. Euro.

Das Unternehmen wächst auch im Bereich der Mitarbeiter. So beschäftigt man derzeit 1300 Mitarbeiter, davon 130 Leiharbeitskräfte.

Das Erfolgsgeheimnis für die Radlader-Produkte von Liebherr? "Trotz enormer internationaler Konkurrenz sind wir überdurchschnittlich anerkannt. Unsere Produkte sind nicht nur robust, sondern auch zuverlässig. Der Spritverbrauch unserer Radlader ist im zweistelligen Prozentbereich geringer als jener der Konkurrenz." Dazu hat man mit zwei großen, international tätigen Firmen seit teilweise vielen Jahren eine gute Zusammenarbeit am nordamerikanischen und europäischen Markt.

Liebherr ist in Bischofshofen bisher in zwei Geschäftsfeldern tätig: zum einen in der Entwicklung und Produktion von Radladern, zum anderen im Vertrieb und Service von Baumaschinen.

Diese beiden Bereiche sollten ab Jahreswechsel auf Wunsch der Konzernleitung getrennt sein. 300 Personen arbeiten ab 2021 für die neue Liebherr Österreich Vertriebs- und Service-GmbH.

Vertrieb und Service seien derzeit auf sieben Standorte in Österreich verteilt - die Zentrale ist in Bischofshofen. 130 der 300 Mitarbeiter in diesem Bereich sind in Bischofshofen stationiert. In den nächsten Jahren werden sie umsiedeln: Liebherr hat ein drei Hektar großes Grundstück in Puch-Urstein erstanden. "In den nächsten zwei bis drei Jahren wollen wir damit ins Gewerbegebiet von Puch." Die Auslagerung in den Tennengau passiere vor allem deshalb, damit in Bischofshofen "Platz für Wachstum geschaffen wird".

Ergo ist die Investition in den Standort Puch vorgesehen, weil man mittel- und langfristig in Bischofshofen jährlich 7000 Radlader produzieren wolle: "Wir wollen wachsen, nicht schrumpfen."

Heuer produzierte und verkaufte man 4300 Radlader, diese werden seit 1986 am Standort produziert; zuvor war Liebherr eine Kranfabrik: "Ungefähr 95 Prozent gehen in den Export", erklärt der Geschäftsführer, der diese Funktion seit 1998 innehat.

Besonders stolz ist man eben auf die Entwicklungen in der Antriebs- und Abgastechnologie: "Unsere Technologie ist auf dem Weg dazu, Branchenstandard zu werden."

Die Nummer eins der Unternehmen im Pongau ist für Entwicklung, Produktion bis hin zur Vertriebsorganisation zum Kunden verantwortlich. "Aber auch für After-Sales-Service wie beispielsweise Reparaturen", sagt Santner. Ob in Gewinnungsindustrie, Landwirtschaft, in kommunalen Dienstleistungen, Holzwirtschaft, Erdbewegungen, Wertstoffverwertung oder Stahlindustrie - die Produkte des Liebherr-Werks Bischofshofen werden weit über die Bauwirtschaft hinaus benötigt. Der Baumaschinen-Sektor macht rund 60 Prozent der Gesamtbilanz des Konzerns aus.

Liebherr bildet derzeit qualifizierten Nachwuchs - vom Maschinenbautechniker, Elektroniker, Elektriker, IT-Techniker bis hin zum Applikationsentwickler selbst aus: "Wir haben momentan insgesamt 80 Auszubildende, darunter auch Bürokaufleute. In unserem eigenen Nachwuchskräfte-Traineeprogramm können wir auch Hochschulabsolventen mit technischer oder kaufmännischer Grundlagenkompetenz selbst ausbilden.

Aufgerufen am 26.11.2020 um 12:37 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/es-geht-wieder-aufwaerts-die-zukunft-zeigt-wachstum-94617625

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