Chronik

Eugendorf: "Corona-Raser" mit 224 km/h auf Westautobahn unterwegs

Die derzeit weitgehend verkehrsarmen Straßen in Salzburg werden von manchen Autofahrern als Rennstrecken verstanden. Doch die Polizei ist nicht untätig. Im Gegenteil. Sie warnt sogar vor Freizeitfahrten.

Symbolbild. SN/APA (Symbolbild/dpa)/Frank Rumpe
Symbolbild.

So führten die Beamten der Landesverkehrsabteilung in der Nacht auf Dienstag wieder Geschwindigkeitskontrollen durch und stellten dabei mehrere Fälle eklatanter Tempoüberschreitungen fest. Wegen der Coronavirus-Krise sind auf den Straßen ja derzeit wenige Fahrzeuge unterwegs. Uneinsichtige Bleifuß-Piloten glauben, dies ausnutzen zu müssen. Die Fälle im einzelnen:

  • Auf der Westautobahn (A1) zwischen Eugendorf und Thalgau wurde ein 19-jähriger Pkw-Lenker mit 224 km/h gemessen. In diesem Bereich ist eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern erlaubt.
  • Auf der Tauernautobahn (A10), Bereich Golling- Ofenauer Tunnel, Fahrtrichtung Salzburg, wurde ein Pkw-Lenker aus dem Pongau mit 179 km/h gemessen. In diesem Bereich ist eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern erlaubt.
  • Auf der Lamprechtshausener Straße (B156) wurde ein Pkw-Lenker aus dem Flachgau mit 161 km/h gemessen. In diesem Bereich ist eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern erlaubt.
  • In der Stadt Salzburg wurde auf der Innsbrucker Bundesstraße ein Pkw-Lenker aus dem Flachgau mit 111 km/h gemessen. In diesem Bereich ist eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erlaubt.

Autoraser müssen hohe Strafen zahlen

Alle angeführten Lenker werden bei den zuständigen Behörden zur Anzeige gebracht. Und die angezeigten Delikte werden für die betroffenen Lenker richtig ins Geld gehen. Denn das Land Salzburg hatte im Vorjahr mit Wirkung vom 1. Februar 2020 die Strafsätze für Tempoüberschreitungen deutlich erhöht.

90 km/h oder mehr im Ortsgebiet bedeutet zwei Wochen Führerscheinverlust und eine Strafe von 500 Euro. Wer auf der Freilandstraße mit mehr als 150 km/h unterwegs ist, wird mit mindestens mit 600 Euro bestraft.

Und wer das Tempolimit gar um 70 km/h überschreitet, muss mit einem Mindestsatz von 1200 Euro rechnen - wie etwa der mit 224 km/h (+94 km/h) auf der Westautobahn ertappte 19-jährige Temposünder.

Freizeitfahrten sollen unterlassen werden

Freie Straßen und strahlender Sonnenschein - das sind natürlich verlockende Gründe für Spritztouren mit mit dem Motorrad oder dem Cabrio. Hans Wolfgruber, Pressesprecher der Salzburger Polizei, sagt aber: "Vor allem Motorradfahrten sind heikel, da es sich hierbei um zu Gefahren geneigte Aktivitäten handelt." Stürze und daraus resultierende Verletzungen würden die Ressourcen des Gesundheitssystems in dieser Krise zusätzlich belasten.

Fahrten, die nachweislich nur dem Freizeitvergnügen dienen, können laut Wolfgruber zur Anzeige gebracht werden. "Bei den Strafsätzen gilt generell ein hohes Strafmaß", sagt auch der Chef der Landesverkehrsabteilung Fritz Schmidhuber. Laut den Strafbestimmungen für Verwaltungsübertretungen des COVID-19-Maßnahmengesetzes kann dieses bis zu 3600 Euro betragen.

Schmidhuber appelliert an die Bevölkerung, sich an die Vorgaben zu halten. Auch sei die mediale Verbreitung der Geschwindigkeitsübertretungen und deren Folgen ein wichtiger Aspekt, um ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu wecken.
Das deutsche Bundesland Bayern setzt dazu bereits eine sogenannte Kontrollgruppe Motorrad ein, um die Touren verstärkt zu kontrollieren.
Derzeit halte sich die Lage auf den Salzburger Straßen aber noch in Grenzen, weshalb derartige Maßnahmen laut Schmidhuber noch nicht erforderlich seien. Es sei jedoch zu befürchten, dass das warme Wetter die Anzahl der Freizeitfahrten noch etwas in die Höhe treiben werde.

Quelle: SN

Aufgerufen am 04.12.2020 um 02:02 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/eugendorf-corona-raser-mit-224-km-h-auf-westautobahn-unterwegs-85923574

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