Chronik

Ex-Lebensgefährtin geschlagen, gestalkt und vergewaltigt? - Prozess in Salzburg

Mehrfache Vergewaltigung, Nötigung, Drohungen, Körperverletzung, beharrliche Verfolgung: Wegen zahlreicher wie massiver Gewaltvorwürfe stand am Montag ein Türke (56) in Salzburg vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Richterin Martina Kocher).

Symbolbild.  SN/APA/BARBARA GINDL
Symbolbild.

Staatsanwältin Sandra Wimmer lastete dem sieben Mal einschlägig vorbestraften Angeklagten konkret an, seine Ex-Lebensgefährtin ab Herbst 2019 wiederholt bedroht, geschlagen und auch mehrfach vergewaltigt zu haben. Nach der Trennung soll er sie gestalkt, bei ihr Sturm geläutet, ihr nachgestellt haben.

Der Angeklagte wies die schweren Anschuldigungen zurück: Er habe mit der Ex-Freundin "oft heftig gestritten, sie auch beschimpft und geschubst", aber er habe "sie nie geschlagen und nie vergewaltigt. Das mit dem Sex war immer freiwillig."

Sein Verteidiger Leopold Hirsch im Prozess: "Mein Mandant hatte eine mehrjährige sexuell intensive Beziehung mit dem angeblichen Opfer. Die Frau kündigte mehrfach an, dass sie meinen Mandanten vernichten, dass sie ihn ins Gefängnis bringen wird, wenn er sie verlassen sollte. Im Frühjahr 2021 hat er wieder seine bereits frühere Ehefrau geheiratet - das hat die Freundin enorm gekränkt. Schon als sie von der bevorstehenden Hochzeit erfuhr, zeigte sie ihn an. Dann wurden die Vorwürfe gegen ihn immer massiver." - Die Ex-Freundin belastet den Angeklagten, der seit rund einem halben Jahr in U-Haft sitzt, schwer. Sie erlitt laut Gutachten durch die inkriminierten Übergriffe eine posttraumatische Belastungsstörung. Opferanwalt Bernhard Loimer begehrt 13.500 Euro Teilschmerzensgeld.

Der Prozess wurde auf den 28. Jänner vertagt. Im Falle eines Schuldspruchs im Sinne der Anklageschrift drohen dem 56-Jährigen zwischen fünf und 15 Jahre Haft.

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