Chronik

Exerzieren vorm Kuglhof: Bürgergarde hat neue Heimat

30 Jahre lang marschierte die Bürgergarde in der Riedenburgkaserne. Nach dem dortigen Aus musste sie übersiedeln. Jetzt gilt es, ein anderes Problem zu lösen.

Dem jungen Paar im Auto scheint die neue Attraktion zu gefallen. Als die fünf Herren der Bürgergarde für das Foto vor dem Gasthaus Kuglhof posieren, holen die beiden gleich das Handy für ein Erinnerungsfoto heraus. Die Bürgergardisten fühlen sich sichtlich wohl in ihrer neuen Heimat und stellen sich auch gleich noch vor der Eingangstür mit ihren Sponton genannten Waffen auf. Der Kuglhof ist ab jetzt jeden zweiten Dienstag das wohl bestbewachte Gashaus Salzburgs. Denn die Bürgergarde wird von nun an hier ihre Gardeabende abhalten und auch vor dem Gasthaus exerzieren.Umzug nach 30 Jahren in der KaserneDenn mit dem Ende der Riedenburgkaserne hat auch die Bürgergarde ihre Heimat verloren. Die Kaserne wurde Ende September offiziell geschlossen. Die Garde suche aber bereits seit zwei Jahren nach einem neuen Quartier für die Gardeabende, sagt Gardehauptmann Helmut Gleich. Das Bundesheer habe dem Verein freilich angeboten, künftig in der Schwarzenbergkaserne zu exerzieren. "Aber wir sind eine Stadtgarde", sagt Gleich. Da könne man nicht mit der Tradition brechen. Und zu der gehöre auch, dass die Garde in der Stadt beheimatet sei.Exerzieren an ungewöhnlichen OrtenMan habe mehrere Standorte in der Stadt getestet, sagt Helmut Gleich. Aber es sei schwer gewesen, einen Gasthof zu finden, der auch die Möglichkeit zum Exerzieren böte. Genügend Platz bot schließlich der Kuglhof. Hier geht die Bürgergarde nun alle zwei Wochen auf dem Parkplatz vor dem Gasthaus auf- und ab. Die Bürgergarde habe durchaus eine Tradition im Exerzieren an ungewöhnlichen Orten, berichten die Mitglieder. Vor 35 Jahren, als die Garde nach ihrer Auflösung im Jahr 1816 neu gegründet wurde, habe man anfänglich in der neu gebauten Mönchsberggarage geübt.Tag der offenen Tür und MitgliedersucheAm kommenden Dienstag, den 28. Oktober, gibt es nun den ersten offiziellen Gardeabend im Kuglhof. Dabei sind auch alle Salzburger eingeladen, der Garde und ihrer neuen Heimat einen Besuch abzustatten. Die Bürgergarde hat dabei einen weiteren Hintergedanken. Der Verein sucht nämlich dringend neue Mitglieder. "Wir haben große Nachwuchsprobleme", sagt Gardehauptmann Gleich. Interessant sei die Mitgliedschaft nicht nur wegen der maßgeschneiderten Uniform, die die Mitglieder mit nach Hause bekämen. Bei den Ausrückungen seien jedes Jahr auch echte Höhepunkte dabei. Bei der Eröffnung des Rupertikirtages ist die Bürgergarde genauso in der ersten Reihe vertreten wie bei der Eröffnung der Festspiele. Der Georgiritt auf die Festung im April bietet jedes Jahr ein besonderes Ambiente. Auch die Martinifeier auf dem Kapitelplatz ist einer der Höhepunkte im Bürgergarde-Jahr. Der Heilige Martin ist nicht nur der Schutzpatron der Stadt Salzburg, sondern auch jener der Bürgergarde. Beides sind wenig bekannte Tatsachen, sagt Gardehauptmann Helmut Gleich. "Der heilige Rupert ist der Patron des Bundeslandes, und Martin jener der Stadt, das wissen viele Salzburger gar nicht."

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