Chronik

Experten prüfen 1500 Bäume im Schlosspark Kleßheim auf Stamm und Äste

Ein Zugtest soll Klarheit über die Standfestigkeit geben. Die Baumprüfer greifen dabei auch auf High Tech zurück. Eine Art Ultraschallgerät abklären, ob der Baum innen morsch ist. Bevor der "Patient" gefällt werden muss,

In belebten Gebieten prüfen Experten regelmäßig die Bäume auf Standfestigkeit.

Aktuell sind sie im denkmalgeschützten Bereich des Kleßheimer Parks unterwegs. Mit High-Tech-Geräten werden die Pflanzen auf Stamm und Äste geprüft. Jene, die für die Besucher eine Gefahr darstellen könnten, werden in letzter Konsequenz entfernt.

Im Park sind im Schnitt 1000 Besucher pro Tag unterwegs

"Die Baumpflege ist etwas ganz Wesentliches für den Bestand und für die Sicherheit der Menschen. Unsere Förster machen das sehr gut. Es ist ein Spagat, den wir tagtäglich machen müssen. Die bestmögliche Sicherheit der durchschnittlich 1000 Besucherinnen und Besucher pro Tag geht natürlich vor," betont Landesrat Josef Schwaiger. Gleichzeitig ist der Park denkmalgeschützt.

Die Motorsäge ist erst die allerletzte Option

Bezirksförster Christian Straßl: Die Motorsäge sei deshalb auch die allerletzte Option, vor allem in einem so "prominenten Wald". Im Auftrag des Landes prüfen deshalb Experten der Bundesforste auffällige Bäume - mit High Tech-Geräten, um sie nicht zu beschädigen und trotzdem einen Blick ins Innere werfen zu können.

"Es geht auch um Rechtssicherheit der Grundstücksbesitzer"

100 Prozent "berechenbar" ist die Natur nie. Bei den Baumkontrollen geht es auch um die Rechtssicherheit der Grundstücksbesitzer. "Hier im Schlosspark Kleßheim ist das Land verantwortlich, das nehmen wir sehr ernst. Wenn ein geschwächter Baum umfällt und jemanden verletzt, steht sofort ein Rechtsanwalt da und es wird ein Schuldiger gesucht. Mit den akribisch dokumentierten Baumkontrollen wollen wir bestmöglich vorsorgen", sagt Schwaiger.

Jeder der 1500 Bäume im Schlosspark wird gescannt

Die Sachverständigen Andreas Schweiger und Rainer Prosenz gehen angesichts der 50 Hektar großen Fläche - davon 20 Hektar Wald - mit System vor. "Jeder der Bäume hat eine Nummer, es wurde ein digitaler Kataster erstellt. Damit sehen wir auf den ersten Blick, wann wir welchen geprüft haben und wie." Bezirksförster und Liegenschaftsverwalter Günther Bugarschitz vom Land Salzburg fügt hinzu: "Das ist auch wichtig für die Eigentümer, die möglichst Rechtssicherheit haben wollen. Der Schlosspark ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Die Salzburgerinnen und Salzburger sollen sich hier in der Natur wohl fühlen, aber auch so sicher wie möglich sein. Genau deshalb lassen wir die Bäume regelmäßig prüfen."

Mit einer Art Ultraschallgerät wird in das Innere des Baumes geblickt

Wenn Andreas Schweiger und Rainer Prosenz ans Werk gehen, wird der Baum erst einmal mit Sensoren versehen und verkabelt. "Beim so genannten Zugtest setzen wir ihn einer Belastung aus, die Messergebnisse geben Aufschluss, wie viel - etwa Windstärke - der Baum aushält. Außerdem blicken wir mit einer Art Ultraschallgerät ins Innere, ob zum Beispiel ein Baum morsch ist und so weiter." Erst dann fällt die Entscheidung, ob man mit Stützmaßnahmen oder Kürzen einiger Bereiche mehr Stabilität erreicht. Nur in aussichtslosen Fällen wird der Baum gefällt.

Noch mehr Arbeit durch Eschensterben und Klimawandel

Die Arbeit der Bezirksförster und der Sachverständigen wird in den kommenden Jahren jedenfalls nicht weniger. "Uns beschäftigen das Eschensterben und der Klimawandel. Wetterextreme setzen dem Wald zu. Fällt in einem verlassenen Bereich ein geschwächter Baum um, ist das kein Problem. Passiert in einem belebten Park so etwas, sind Menschen in Gefahr. Das wollen wir mit all unserer Erfahrung und den uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern", sagt Bezirksförster Straßl.

Quelle: SN

Aufgerufen am 03.12.2020 um 01:08 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/experten-pruefen-1500-baeume-im-schlosspark-klessheim-auf-stamm-und-aeste-82984276

Salzburger Christkindlmarkt endgültig abgesagt

Salzburger Christkindlmarkt endgültig abgesagt

Bis zuletzt war unklar, ob der Salzburger Christkindlmarkt nun stattfindet oder nicht. Christkindlmarkt-Obmann Wolfgang Haider und Bürgermeister Harald Preuner einigten sich Ende November auf ein "Jein" zum …

Wifi setzt auf Solartechnik

Wifi setzt auf Solartechnik

Auf dem Dach des Wifi der Wirtschaftskammer Salzburg entsteht eine moderne Photovoltaikanlage. Sie kann in Zukunft auch für Schulungszwecke eingesetzt werden.

Kommentare

Schlagzeilen