Chronik

Facebook verbietet Städtenamen

Facebook zwingt die Betreiber von Fan-Seiten mit Städtenamen künftig zu einer Namensänderung. Salzburg hat bereits reagiert und seinen Auftritt in "salzburg.info" umbenannt.

Facebook verbietet Städtenamen SN
Facebook verbietet künftig Städtenamen für Fan-Seiten. Grafik: SN/Dopsch

Salzburg darf nicht mehr Salzburg heißen. Zumindest auf Facebook. Fan-Seiten dürfen laut einem Beschluss des Internetunternehmens künftig nicht mehr wie ihre Städte heißen. Ein Ort gehöre niemandem und könne nicht von einer Privatperson vertreten werden, erklärt das Online-Netzwerk.

Facebook zwingt die Betreiber der Seiten - meist die Stadtverwaltung oder das Tourismusmarketing - nun zu einem Namenswechsel. Bis September bleibt Zeit, sich umzubenennen. Sonst droht das Städteprofil aus der virtuellen Welt zu verschwinden. salzburg.info statt SalzburgSalzburg hat auf die neue Facebook-Vorschrift bereits reagiert: Die Facebook-Seite des Tourismus Salzburg heißt seit gestern, Mittwoch, "salzburg.info" - angelehnt an die Adresse der eigenen Webseite. "Wir mussten reagieren. Wer auf Facebook mitspielen will, muss sich an die Regeln halten", sagt Birgit Weszelka, Pressesprecherin des Tourismus Salzburg, im SN-Gespräch.

Der etwas sperrige neue Name soll weiterhin eine gute Auffindbarkeit im Netz sicherstellen. Weszelka: "Wir sind immer noch einfach über Google abrufbar. So verlieren wir keine potenziellen Freunde." Aktuell zählt die Seite knapp 46.000 "Gefällt mir"-Angaben. Aufgefallen sei den Nutzern die Namensänderung bislang jedenfalls nicht: "Noch hat sich niemand beschwert."

Warum die Diskussion um die Seitennamen erst jetzt aufkommt, bleibt unklar. Viele Profile sind schon jahrelang auf Facebook online. Die Salzburg-Seite gibt es seit März 2010. "Man hätte diese Regel von Anfang an ausgeben sollen", meint Weszelka. Dem Grundgedanken, dass niemand auf Facebook einen Ort vertreten dürfe, kann die Sprecherin zwar durchaus etwas abgewinnen. Aber: "Der plötzliche Umschwung ist für die Facebook-Nutzer einfach verwirrend." Wien auf NamenssucheAuch die Freunde des Wiener Facebook-Auftritts müssen sich wohl auf einen neuen Namen einstellen. Zwar sei der Seitenbetreiber Wien Tourismus von dem sozialen Netzwerk noch nicht kontaktiert worden, alternative Namen wären jedoch bereits in Planung: "Ein passender neuer Name muss gut überlegt werden. Wir lassen uns da nicht stressen, haben ja bis September Zeit", heißt es auf Anfrage der SN. Eine drohende Sperre auf Facebook wolle man in der Hauptstadt keinesfalls riskieren.

Dass der Internetdienst mit seiner Drohung nicht scherzt, wurde bereits Anfang des Jahres deutlich. Von einem Tag auf den anderen wurde die Facebook-Seite der Stadt München gelöscht - und mit ihr die rund 400.000 Fans der Seite. Mittlerweile ist das Online-Profil zwar als "München.de" wieder abrufbar. Einziger Wermutstropfen: Rund 60.000 Nutzer haben der Seite die Namensänderung nicht verziehen und nicht mehr auf "Gefällt mir" geklickt.

Aufgerufen am 12.12.2018 um 04:06 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/facebook-verbietet-staedtenamen-5960713

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