Chronik

Fahrsicherheitstraining in Saalfelden soll Senioren mehr Sicherheit beim Autofahren geben

Ältere Fahrzeuglenker sind zwar selten in Unfälle verwickelt. In komplexen Situationen kann es aber rasch zu Überforderungen kommen. Ein spezielles Fahrsicherheitstraining des ÖAMTC soll Abhilfe schaffen. Das Land Salzburg fördert die Aktion.

Der ÖAMTC lädt Seniorinnen und Senioren zum speziellen Fahrtraining – beim Fahrtechnikzentrum Brandlhof in Saalfelden.  SN/öamtc salzburg
Der ÖAMTC lädt Seniorinnen und Senioren zum speziellen Fahrtraining – beim Fahrtechnikzentrum Brandlhof in Saalfelden.

Die Gruppe der 20- bis 34-jährigen Pkw-Lenker ist mit 34 Prozent am öftesten an Unfällen beteiligt. Der Anteil von Lenkern zwischen 65 und 79 Jahren ist hingegen unterdurchschnittlich gering. Ältere Fahrzeuglenkerinnen und -lenker seien allerdings in Kreuzungsbereichen häufiger unfallbeteiligt, heißt es beim ÖAMTC Salzburg. Stichwort: "Überforderung in komplexen Situationen." Eine weitere Aussage aus den Statistiken: Fahrzeuglenker, die sich selten hinter das Steuer setzen, sind bei ihren Fahrten öfter in Unfälle verwickelt.

Senioren können Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit testen

Der ÖAMTC hat jetzt "Mobil sein - Mobil bleiben" (www.oeamtc.at/mobilsein) ins Leben gerufen. Ab März finden Spezialtrainings für Seniorinnen und Senioren beim Fahrtechnikzentrum Brandlhof in Saalfelden statt. Die ersten Kurse finden am 11. und 12. März statt. Das Programm sei praxisorientiert, heißt es. Geübt werde mit dem eigenen Fahrzeug: Wie weicht man einem plötzlich auftretenden Hindernis aus? Worauf ist beim Kurvenfahren zu achten? Welche Assistenzsysteme weist mein Auto auf und was bewirken sie? Die Teilnehmer haben zudem die Möglichkeit, ihre Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit zu testen.

Erfahrung, Besonnenheit und eine defensive Fahrweise als Stärken

ÖAMTC-Chef Erich Lobensommer: "Die Statistik zeigt: Ältere Verkehrsteilnehmer sind selten Unfallverursacher. Sie haben meist eine lange Fahrpraxis und zeichnen sich durch einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Auto aus. Normale altersbedingte Defizite werden durch Erfahrung, Besonnenheit und eine defensive Fahrweise kompensiert. Durch das Fahrsicherheitstraining für die Generation 60 plus wollen wir älteren Menschen noch mehr Sicherheit im Straßenverkehr geben und sie im gesicherten Umfeld auf mögliche Stressmomente vorbereiten."

Das Land fördert die Aktion mit 40 Euro pro Teilnehmer

Das ÖAMTC-Fahrsicherheitstraining von 9 bis 15 Uhr kostet normalerweise 145 Euro pro Person. Das Land Salzburg unterstützt die Aktion mit 40 Euro - für jeden Teilnehmer ab 60 Jahren. Verkehrslandesrat Stefan Schnöll: "Wir wissen, dass jahrelanges Autofahren nicht vor Gefahrensituationen im Straßenverkehr schützt. Fahrsicherheitstrainings sollen helfen, das eigene Können zu testen und Wissen aufzufrischen."

Im Vorjahr gab es neun Verkehrstote zwischen 60 und 93 Jahren

Im Vorjahr kamen in Salzburg neun Personen im Alter zwischen 60 und 93 Jahren bei Verkehrsunfällen ums Leben. Drei der tödlich verunglückten Seniorinnen und Senioren waren als Fußgänger unterwegs, zwei als Radfahrer. Je zwei der Getöteten waren Beifahrer bzw. Pkw-Lenker.

Quelle: SN

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