Chronik

Fall Roland Krenn: Mordverdächtiger Flachgauer leidet an psychischer Störung

Im derzeit wohl spektakulärsten Salzburger Kriminalfall - jenem des tot in einem Schweinestall entdeckten Stadt-Salzburgers Roland Krenn (63) - ist jetzt ein neuropsychiatrisches Gutachten zur Frage der Zurechnungsfähigkeit und des Geisteszustands des 24-jährigen mordverdächtigen Musikers eingelangt.

Wurde im Mai 2017 tot in einem Schweinestall entdeckt: der 63-jährige Salzburger Roland Krenn.  SN/polizei
Wurde im Mai 2017 tot in einem Schweinestall entdeckt: der 63-jährige Salzburger Roland Krenn.

Wie berichtet soll der 24-jährige Flachgauer den vermögenden 63-jährigen Lebemann im Juli 2016 getötet haben. Konkret soll er Krenn mit Tabletten betäubt, geknebelt und gefesselt haben. Dann habe der Musiker dem Opfer in dessen Villa einen Stoffsack über den Kopf gestülpt - Krenn sei erstickt. Der Musiker (Verteidiger: Franz Essl) hingegen sagt, er habe Krenn nur berauben, aber nicht töten wollen.

Laut dem Gutachten der Linzer Neuropsychiaterin Adelheid Kastner war der 24-Jährige zur Tatzeit zwar zurechnungsfähig: Er leide jedoch an einer erheblichen Persönlichkeitsstörung "mit dissozialen und narzisstischen Komponenten" bzw. psychopathischen Zügen. Laut Kastner liege bei ihm eine höhergradige seelisch-geistige Abnormität vor. Für den Fall, dass der Beschuldigte die ihm angelastete Tat begangen habe, lägen auch die Voraussetzungen für seine Einweisung in eine Anstalt für zurechnungsfähige, aber höhergradig geistig abnorme Rechtsbrecher vor.

Wegen Mittäterschaft an der mutmaßlichen Ermordung Krenns sitzen zudem zwei weitere Beschuldigte in U-Haft: ein Innviertler Wirt (29) - im Schweinestall seines Anwesens wurde im Mai 2017 die Leiche Krenns entdeckt - und die Ex-Freundin des 24-jährigen Musikers. Der 20-jährigen Frau wird Beihilfe zum Mord angelastet, nachdem sie der Musiker vor vier Monaten in einem an sie adressierten, aber abgefangenen Brief belastet hatte, ihm beim Tatgeschehen geholfen zu haben. Die 20-Jährige weist jede Tatbeteiligung zurück.

Am Donnerstag wurde dennoch die U-Haft über die Frau um weitere zwei Monate verlängert - was ihren Verteidiger Kurt Jelinek empört: "Es gibt kein einziges objektives Beweismittel gegen meine Mandantin. Sie wird einzig vom Ex-Freund belastet, der bereits zig Mal Aussagen geändert hat und nun nachgewiesenermaßen an einer schweren Persönlichkeitsstörung leidet."

Pikant ist übrigens auch, dass die Mordermittler beim 24-jährigen Musiker und Ex-Freund der jungen Frau SN-Recherchen zufolge kinderpornografisches Material sichergestellt haben.

Aufgerufen am 21.01.2018 um 09:43 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/fall-roland-krenn-mordverdaechtiger-flachgauer-leidet-an-psychischer-stoerung-22026451

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