Chronik

Fast jeder zehnte Lenker in Salzburg ist zu schnell

Die Salzburger Exekutive überwacht in Schwerpunktaktionen die Tempo-50-Limits im Bundesland. Wie gravierend sich ein "nur ein bisschen" zu schnell auswirken kann, zeigten Bremstests.

Mit dem Slogan "Stopp den Bleifuß" versucht die Verkehrsabteilung der Salzburger Polizei bereits seit Jahresbeginn eine ausgeprägtere Bewusstseinsbildung bei Autofahrern zu erreichen. Wobei die Exekutive nicht primär jene vereinzelte Raser im Visier hat, die mit 190 km/h oder mehr über die Autobahn preschen, vielmehr liegen ihr die Tempo-50-Zonen in den Ortsgebieten am Herzen.

"Bislang haben wir bei neun Schwerpunktaktionen in den Bezirken, bei denen wir sämtliche verfügbare Radarautos einsetzen, rund 72.000 Fahrzeuge gemessen. Etwa 5500 davon waren zu schnell. Das Bestürzende dabei ist jedoch, dass es vereinzelt Lenker gegeben hat, die mit 100 Stundenkilometer oder gar etwas mehr unterwegs gewesen sind", sagte am Dienstag Friedrich Schmidhuber, Leiter der Verkehrsabteilung.

Bremstest mit Fahrschulauto

Am Dienstagvormittag richtete die Polizei in Absprache mit Verkehrslandesrat Hans Mayr sowie der Fahrschule Koch im Bereich des Salzburger Kommunalfriedhofes eine Bremsteststrecke ein. "Wir haben parallel in der Berchtesgadenerstraße einen Radarwagen aufgestellt und winken jeden Schnellfahrer heraus. Ist die Übertretung nicht allzu groß, bleibt es bei einer Abmahnung. Im Gegenzug bieten wir den Lenkern an, an den Bremstests persönlich mitzuwirken, damit sie selbst sehen, wie gravierend sich auch als minimal empfundene Geschwindigkeitsunterschiede auswirken können", erklärte Friedrich Schmidhuber.

Im Radarauto blinkte es alle paar Minuten auf. Binnen kürzester Zeit waren mehr als zehn Schnellfahrer ertappt, wobei die Höchstgeschwindigkeit bei 70 km/h lag. Vier von zehn Schnellfahrern waren Frauen.

Die Ausreden der Lenker

"Ich habe einen Termin beim Friseur in Maxglan", versuchte sich eine der Ertappten zu rechtfertigen. "Ich habe nicht richtig geschaut", antwortete ein Unternehmer. An den Bremstests selbst nahmen dann doch einige der ertappten Lenker teil. Sie nahmen am Beifahrersitz eines Fahrschulautos Platz, den Fahrschulbetreiber Willi Koch selbst steuerte. Mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten durften die Beifahrer selbst scharf abbremsen, um dann zu sehen, wie lange der Bremsweg ist.

"Die Fahrversuche haben gezeigt, bei Tempo 30 ist der Bremsweg sechs Meter lang, bei Tempo 50 schon 16 Meter und bei Tempo 70 fast vier Mal so lang wie bei Tempo 30", erklärte Koch.

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