Chronik

Fehlende Sitzplätze sollen Bettler in Salzburg vertreiben

Die Stadt lässt die Bänke vor dem Salzburger Hauptbahnhof entfernen und hofft, dass so Bettler und Obdachlose den Vorplatz künftig meiden.

Fehlende Sitzplätze sollen Bettler in Salzburg vertreiben SN/Robert Ratzer
Keine Sitze mehr: Die Holzbänke auf Betonsockeln vor dem Hauptbahnhof werden abmontiert.

Keine Sitzmöglichkeiten, keine Probleme? Um die Schwierigkeiten mit Bettlern, Obdachlosen und Drogensüchtigen in den Griff zu bekommen, lässt die Stadt die Bänke vor dem Salzburger Hauptbahnhof abmontieren. "Auf den Bänken sitzen keine Bahngäste, sondern meist Gruppen von Bettlern und Asylanten", sagt Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP). Mangels Sitzgelegenheiten sollen die teils aggressiv auftretenden Personen so künftig dem Hauptbahnhof fernbleiben. Ob die Rechnung aufgeht? "Die Salzburg AG hat die Sitze bei den Bushaltestellen beim Bahnhof bereits entfernt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht", sagt Preuner.

Schon in den kommenden Wochen sollen die betonierten Holzbänke neben den Taxiständen verschwinden. Das Entfernen der Sitzplätze übernehmen die ÖBB in Abstimmung mit der Stadt. "Wir werden abklären, wie wir die Bänke schnell und sicher abmontieren können", sagt ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel. Die Aktion ist ein erster Schritt zur Neugestaltung des Vorplatzes, die im kommenden Jahr beginnen soll.

Das Entfernen der Bänke ist eine erste Konsequenz aus dem "Sicherheitsgipfel", zu dem der Vizebürgermeister am Mittwoch geladen hatte. Preuner traf sich mit Polizei, den ÖBB, den Wachdiensten und Vertretern von Betrieben auf dem Bahnhofsareal. "Alle Betroffenen konnten ihre Probleme offen ansprechen", so Preuner. Im Einkaufszentrum Forum 1 etwa seien die Probleme mit bettelnden Kindern drastisch zurückgegangen. "Die Betreiber haben das mit eigenen Sicherheitskräften abgestellt", sagt der Vizebürgermeister. Dennoch seien weiterhin Bettler mit Kindern am Bahnhof anzutreffen - was verboten ist. Preuner: "Mitarbeiter des Sozialamts sind vermehrt unterwegs. Ihre Präsenz zeigt schon erste Wirkung."

Erhöht hat seit Anfang August auch die Polizei ihr Sicherheitsaufgebot. Zwölf Beamte drehen am Bahnhof täglich ihre Kontrollrunden. Zivile Schengenfahnder unterstützen die Polizisten. "Die rigorosen Kontrollen werden bis auf Weiteres fortgesetzt", sagt Polizeisprecherin Irene Stauffer. Erst am Dienstagabend griffen die Beamten zwei Kosovaren, die sich mit gefälschten Personalausweisen illegal in Salzburg aufgehalten hatten, auf. Weiters stoppten die Beamten eine Gruppe von Marokkanern. Sie hatten mehrere Gramm Cannabis bei sich. Ein 16-jähriger Marokkaner war aus seiner Asylunterkunft ausgerissen. Die Polizei brachte ihn zurück in sein Quartier.

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