Chronik

Felssturz auf Bordell in der Salzburger Innenstadt

Der "Saunatempel" ist nach einem Felssturz geschlossen. Jetzt sichern dort die Bergputzer den Hang.



Bordellbesitzer Anton Santner hatte schon öfter mit den Naturgewalten zu kämpfen. Aber so schlimm wie am Donnerstagvormittag hat es seinen "Saunatempel" in der Fürbergstraße in der Stadt Salzburg noch nie erwischt. "Ich war gerade in meinem Büro. Dann hat es gerumpelt und geschnalzt. Ich bin sofort losgelaufen." So schildert Santner den Moment, als sich 60 Meter über dem rosa Haus am Fuße des Kapuzinerbergs fünf Tonnen Gestein lösen.

Einige der Felsbrocken schlagen in der Hauswand ein und brechen ein Loch durch die Mauer. In dem Zimmer dahinter wird ein Heizkörper aus der Wand gerissen, Teile der Einrichtung werden zerstört. Insgesamt zwei Kubikmeter Gestein stürzen auf das Gebäude und den daneben liegenden Parkplatz.

"Wir hatten gerade Renovierungsarbeiten nach einem Wasserschaden abgeschlossen", sagt Santner, der das Bordell gemeinsam mit seinem Kollegen Franz Wiesmann besitzt. Beim Hochwasser Anfang Juni war vom Kapuzinerberg viel Wasser heruntergekommen. Das Bordell wurde dabei beschädigt.

Das Wasser dürfte auch diesen Felssturz mitverursacht haben. Das vermutet Landesgeologe Rainer Braunstingl, der kurz nach dem Abgang der Gesteinsbrocken das Gelände untersuchte. "Die Regenfälle haben das Gestein wohl etwas gelockert", sagt Braunstingl.

Die starken Temperaturschwankungen der letzten Wochen haben vermutlich ebenfalls zu dem Felssturz beigetragen. "Der Hang ist nach Süden hin ausgerichtet. Solche Ereignisse werden aber auch durch die natürliche Verwitterung ausgelöst." Weitere Felsstürze hätten die Hausbesitzer unter dem Hang vorerst nicht zu befürchten, sagt Braunstingl. Dafür sorgten am Donnerstag die Bergputzer.

Acht Arbeiter machten sich sofort daran, den Hang von weiterem losen Gestein zu befreien. Solange die Putzer noch werken, ist ein Betretungsverbot für das Haus aufrecht. Das berichtet Ewald Hinteregger, Leiter der Baupolizei der Stadt Salzburg. "Beim Objekt selbst besteht keine Einsturzgefahr", sagt Hinteregger. Er rechnet damit, dass die Besitzer das Gebäude in ein bis zwei Tagen wieder betreten können. "Solange die Bergputzer nicht noch weiteres loses Gestein finden, sollte das kein Problem sein."

Das dürfte ganz im Sinne von Anton Santner und Franz Wiesmann sein. Sie rechnen damit, dass der Schaden an dem Haus in zwei Wochen repariert ist. Für das Haus besteht laut Santner eine Elementarversicherung.

Quelle: (SN).

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