Chronik

Feuerwerk: "Für Wildtiere die Hölle"

Einige Hüttenwirte verzichten seit Jahren auf das Abfeuern von Raketen. Nun wirbt selbst der Landesrat für ein Verzicht auf Feuerwerke. Experten warnen unterdessen vor "Garagenverkäufen".

Symbolbild. SN/apa/pfarrhofer
Symbolbild.

Die Diskussion um die privaten Feuerwerke zu Silvester wird leidenschaftlich geführt. Die Zahl derer steigt, die ein Verbot fordern. Sie verweisen auf Städte, in denen das Abfeuern von Feuerwerkskörpern der Klasse F2 (Raketen, Feuerwerksbatterien, Römische Lichter und Vulkane) nicht mehr gestattet ist. Die Liste reicht mittlerweile von Wien über Graz bis Innsbruck.

In der Salzburger Altstadt gibt es alljährlich zum Jahreswechsel ein großes Feuerwerk. Dennoch wollen viele Menschen nicht auf eigene Knaller, Böller und Raketen verzichten. Für diese gelten laut Pyrotechnik-Gesetz und Silvester-Verordnung genaue Regeln: Es dürfen nur Feuerwerkskörper der Kategorie F2 verwendet werden. Erlaubt ist Feuerwerken nur in abgegrenzten Bereichen im Freien - und zwar von Montag um 12 Uhr bis Dienstag um 1 Uhr. Personen unter 16 Jahren dürfen Feuerwerkskörper weder erwerben noch verwenden. Der Verkauf von "Schweizerkrachern" (Piraten mit Blitzknallsätzen) ist verboten. Großraketen oder Superböller der Kategorien F3 und F4 dürfen nur von geschulten und befugten Pyrotechnikern abgefeuert werden.

Polizei, Stadt Salzburg und Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) warnen: "Achtung! Finger weg von Garagenverkäufen oder Handel ,aus dem Kofferraum'. Das ist nicht nur illegal - die angebotene Ware kann auch buchstäblich brandgefährlich sein." Jährlich verletzen sich in Österreich rund 200 Personen bei Pyrotechnik-Unfällen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Zu den Unfällen kommt es häufig durch vorzeitiges bzw. verzögertes "Losgehen" von Knallkörpern und Raketen.

Strenge Regeln für das Abschießen von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 gelten für bestimmte Bereiche der Salzburger Altstadt: Auf dem Domplatz, dem Mozartplatz und auf dem Alten Markt ist privates Feuerwerk grundsätzlich nicht erlaubt. Verboten ist die Verwendung von Feuerwerkskörpern überdies in unmittelbarer Nähe größerer Menschenansammlungen und in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Spitälern, Seniorenwohnhäusern, Kinder- und Erholungsheimen sowie Zoos und Tierheimen. "Für Wildtiere ist ein Feuerwerk die Hölle." Darauf verweisen Landesrat Josef Schwaiger und Hubert Stock von der Initiative "Respektiere deine Grenzen". Lärm, Helligkeit und Geruch stellen eine Gefahr für das Wild dar. Dieses flüchtet in Panik und verbraucht daher viel Energie, was im Winter tödliche Folgen haben kann. "In dieser Zeit leben die Tiere am Limit. Sie reduzieren ihren Stoffwechsel auf ein Minimum. Eine panische Flucht geht da an die Substanz." Schwaiger und Stock sind sich einig: "Man kann auch ohne Feuerwerk feiern - vor allem, wenn einem die Tiere am Herzen liegen." Einige Hüttenwirte verzichten freiwillig auf das nur vermeintlich obligatorische Feuerwerk. "Ostpreußen- und Kleinarlerhütte gehen da seit Jahren mit gutem Beispiel voran."

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